Samstag, 2. August 2014

Brauchen wir Amazon? – Die ZEIT fragt Autoren

amazon


Kürzlich befragte die ZEIT Autoren zu ihrem Verhältnis zum Konzern-Riesen Amazon. Wer gerne wissen möchte, was Jonathan Franzen, Roger Willemsen, Kathrin Passig und Co. über Amazon denken, findet die Antworten hier.
Ich habe mich einfach auch mal den ZEIT-Fragen gestellt, auch wenn ich mich nicht in diese illustre Runde einreihen möchte. :-)

1) Kaufen Sie Ihre Bücher bei Amazon?
Viele, nicht alle.


2) Finden Sie es richtig, Bücher bei Amazon zu kaufen oder die eigenen dort verkaufen zu lassen?
Für mich war Amazon früher ein Segen, weil ich viel englischsprachige Texte lese und es zum Teil sehr schwer war, sie zu bekommen und sie im Buchhandel oft teurer waren. Das habe ich dann beibehalten, weil ich auf dem Dorf gewohnt habe und keine gute Buchhandlung in der Nähe war. Jetzt sehe ich Amazon aufgrund der Berichte über Arbeitsbedingungen und Geschäftsgebaren kritischer, allerdings ist das Konzept und der angebotene Service natürlich unschlagbar günstig für den Kunden.


3) Würden Sie als Autor gerne Ihren Verlag anweisen, die Bücher nicht mehr über Amazon zu vertreiben?
Nein. Mal ganz davon abgesehen, dass der Verlag mir etwas husten würde. :-D Mit Boykott kommt man leider selten besonders weit. Die Energie verwendet man besser darauf, Alternativen zu entwickeln, die den stationären Buchhandel und die Verlage wieder attraktiver machen.


4) Was halten Sie von der Nachricht, dass Amazon die Bücher mancher Verlage nur verzögert liefert, wenn diese Verlage sich den Rabattforderungen von Amazon widersetzen?
Ich finde es natürlich daneben, wenn ein Konzern seine Monopolstellung so ausnutzt. Das gefällt mir gar nicht. Allerdings funktioniert die Wirtschaft nun einmal so. Ein Konzern will natürlich Gewinne machen und wenn er eine Chance dazu sieht, günstigere Rabatte herauszuschlagen, wird er das tun. Das ist auch bei anderen großen Konzernen so. Man kann eben nur hoffen, dass sich aus der “Not” konkurrenzfähige Alternativangebote entwickeln, die es besser machen.


5) Was halten Sie von den Nachrichten über die Arbeitsbedingungen bei Amazon?
Das Gleiche wie von den Nachrichten über die Arbeitsbedingungen bei Lidl, Aldi, kik und Co. Wer günstig anbietet, versucht die Kosten gering zu halten – das schlägt sich auch auf die Personalkosten nieder. Es ist der Zwiespalt, in dem man steht, wenn man einerseits als Kunde gerne günstig und schnell kauft, auf der anderen Seite aber genau weiß, was das für die Beschäftigten bedeutet.


6) Alles zusammen genommen, mit wie vielen Sternen (von fünf möglichen) würden Sie Amazon bewerten?
Mit drei von fünf Sternen. Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu Amazon, weil ich es für viele Dinge eben immer noch als konkurrenzlos praktisch und kundenfreundlich erachte. Trotzdem stellt sich auch immer wieder das schlechte Gewissen ein. Ich warte auf Alternativen, die mich überzeugen.

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