Samstag, 30. August 2014

Die Ice-Bucket-Challenge und ich


Ihr Lieben!

Ich nehme selbstverständlich die Challenge an, möchte es aber halten wie Patrick Stewart: ich werde die Eiswürfel lieber in meinen Drink tun und stattdessen spenden. 

Ich habe lange überlegt, da ich sehr zwiegespalten bin, was die Ice-Bucket-Challenge angeht. Einerseits finde ich die Idee witzig. Sie hat es immerhin geschafft, die Krankheit ALS, von der vorher vermutlich nur wenige wussten, ins Bewusstsein der Menschen zu bringen und Spenden für Forschung und Behandlung zu sammeln. Mission erfüllt. Es gibt viele gute Zwecke und viele Menschen, die unserer Hilfe bedürfen und man braucht schon kreative Ideen, um die Menschen aufmerksam zu machen.

Deswegen möchte ich mich nicht auf die Seite derer stellen, die jede kreative und witzige Idee gleich verteufeln, nur weil sie sich der Mechnismen der Werbung und des Web-Hypes bedient. 

Es war eine witzige Idee, sie hat viele Menschen mitgerissen - für mich ist damit eindeutig das Klassenziel erreicht. Allmählich entfernt sich die Challenge allerdings von ihrem eigentlichen Zweck und es fängt an, die Leute zu nerven, jeden Tag hundert Videos von Leuten zu sehen, die sich eiskaltes Wasser über die Glocke kippen. Das ist der Zeitpunkt, wo es beginnt, kontraproduktiv zu werden. Ich denke, es ist also Zeit für eine neue Idee, eine neue Challenge, neue Denkanstöße, um die Menschen zum Spenden zu bewegen. 

Ich denke, dass inzwischen auch genug Geld für die ALS-Forschung zusammengekommen sein dürfte und habe für mich andere Organisationen ausgesucht. Gespendet habe ich über die Aktion Deutschland hilft für Flüchtlinge und Kriegsopfer in Gaza, im Nordirak und in Syrien und an die UNO-Flüchtlingshilfe Ukraine. 

Hiermit rufe ich zu einer neuen Challenge auf, vielleicht möchtet ihr mitmachen. Ich fordere euch heraus, euch hinzusetzen und 100 Dinge aufzuschreiben, für die ihr in eurem Leben dankbar seid. Ihr müsst diese Liste nicht veröffentlichen. Sie ist ganz privat für euch - einfach um euch bewusst zu machen, wie gut es den meisten von uns geht. Es können ganz kleine Dinge sein, die ihr aufschreibt. Dinge, die für andre Menschen nicht so selbstverständlich sind, wie für uns.

Was ist dadurch gewonnen?

Wenn ich mir bewusst mache, wie viele kleine und große Dinge es in meinem Leben gibt, für die ich dankbar sein kann, sehen manche Sorgen und Probleme gleich viel kleiner aus. Außerdem wird mir dann immer klar - auch wenn ich bestimmt nicht zu den Reichen in diesem Land gehöre - es reicht immer noch, um anderen Menschen zu helfen. Eine einmalige Spende ist schön, regelmäßige Spenden sind noch schöner. Ich habe zwei Kinder-Patenschaften (über Worldvision und SOS-Kinderdörfer). Dafür habe ich mich entschieden, weil es so persönlich ist, und man direkt sehen kann, wo die Hilfe ankommt. Aber es gibt auch andere tolle Projekte, die ihr auch mit kleinen Beträgen schon unterstützen könnt. 

Also: auf zur Gratitude Challenge! Oder traut ihr euch nicht?

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