Montag, 22. September 2014

Libromanie-Montagsfrage: 22. September 2014


Die heutige Montagsfrage finde ich sehr interessant. Sie lautet:

Sind Markennennungen in Büchern für euch okay?

Als Autorin versuche ich Markennennungen aus verschiedenen Gründen so gut es geht zu vermeiden. Zum einen lässt sich die Romanhandlung durch manche Markennennungen zu sehr zeitlich festlegen. Unter Umständen kann die Zeit zwischen dem Schreiben eines Buches und dessen Veröffentlichung allerdings sehr lang sein. Wenn die Hauptfigur gerade das neueste iPhone erwirbt, kann es bis dahin schon längst out sein. Zum anderen finde ich Markennamen störend, sofern sie nicht der Charakterisierung oder dem Plot dienen. Wenn es zum Beispiel wichtig ist, dass eine Figur nur Designer-Kleidung trägt, dann kann man natürlich auch die Label nennen.
Persönlich würde ich aber auch da vielleicht einen Designer erfinden. Also inetwa so. 

Nicht etwa irgendeine Handtasche. Nein, es musste die limitierte Ashai Bag des aufstrebenden japanischen Designers Kaito Harukaze sein, für die es Wartelisten gab, die länger waren als das New Yorker Telefonbuch. 

Oder so in der Art … ihr wisst, was ich meine. In meinem ersten Jugendbuch habe ich aus Facebook Friendzbook gemacht. In meinem zweiten habe ich es dann benannt, dort gibt es auch YouTube. Im Allgemeinen versuche ich aber, mich durch Nennen von Marken, Bands und anderen zeitgeschichtlich gut einzuordnenden Dingen nicht allzu sehr festzulegen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht gerne kostenlose Produktwerbung mache.  

Als Leser stört es mich, wenn es zu aufdringlich wird oder die Markennennung absolut keine Funktion hat. Es gibt natürlich bestimmte Marken, mit denen wir im Kopf auch gleich ein Image verbinden. Einen BMW-Fahrer stellt man sich anders vor als einen Golf-Fahrer. Wenn es also in diesem Sinne der Charakterisierung dient, stolpere ich nicht so schnell darüber, auch wenn ich das Auto selbst vielleicht lieber umschreiben würde ohne eine Marke zu nennen (ein protziges Auto, eine Familienkutsche, eine Rostlaube, ein spießiges Modell o.ä.).  

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