Sonntag, 23. November 2014

Sonntagsbrunch mit ... der Autorin Anna Herzig

Wir brunchen heute mit Anna Herzig, der Autorin des Romans Zeit für die Liebe, der im September als Ebook bei Forever by Ullstein erschien. Ich freue mich sehr, dass sie heute bei uns zu Gast sein kann und uns ein wenig über sich, ihr Buch und ihr Schreiben erzählen möchte.

 



Liebe Anna, für alle Autoren gibt es zunächst die obligatorischen Brunch-Fragen:

Kaffee oder Tee?

Milch, Zucker, schwarz?
Herzhaft oder süß?
Warm oder kalt?

Ich wünsche einen schönen guten Morgen! Normalerweise bin ich morgens gar nicht so sehr ansprechbar und deshalb einen großen Milchkaffee ohne Zucker. So richtig Frühstücken tu ich nur ganz selten. Darf ich rauchen?

Bei mir nur auf der Terrasse. ;-)
 

1. Deine Vita liest sich sehr interessant. Dein Vater ist Ägypter, deine Mutter Kanadierin, geboren bist du in Wien, wo du auch aktuell lebst. Bist du mehrsprachig aufgewachsen? Hast du noch eine Verbindung nach Ägypten und Kanada?

Ich spreche fließend Englisch, ansonsten kann ich keine andere Sprache vorweisen. Die Möglichkeit, die Sprache meines Vaters zu lernen, hat sich nie ergeben.

2. Dein Roman Zeit für die Liebe handelt von Lebensentscheidungen, richtigen und falschen Zeitpunkten und den seltsamen Wegen, die das Glück und die Liebe gehen. Glaubst du daran, dass es den/die Eine für jeden gibt?

Das ist eine sehr interessante Frage. Ich glaube an Schicksal. Und in welcher Form das Schicksal an die Tür klopft, kann für jeden unterschiedlich sein.

3. Sophie und Norah, die weiblichen Hauptcharaktere in deinem Roman sind beide in Bezug auf Beziehungen nicht gerade unkompliziert – glaubst du, dass Frauen komplizierter sind als Männer?

Ich denke, da gibt es eher die klassischen Kommunikationsschwierigkeiten. Das ist gut so. Über was hätten wir sonst zu schreiben? Wieviel weniger Filme und Bücher würde es geben, wenn unglückliche Liebe oder erfüllte kein Thema in unserer Gesellschaft wären? Meiner Meinung nach ist das Einzige, das man nicht tun sollte, versuchen zu wollen, sein Gegenüber zu erziehen. Ecken, Kanten, Charakterschwächen und Makel sind wunderschön.

4. Auf deinem Blog Miss Novelist2009 kann man dir ein wenig beim Schreiben über die Schulter schauen. Aktuell arbeitest du an einer Trilogie mit dem Titel „Anatomie einer Liebe“. Kannst du uns darüber schon etwas verraten?

Also ich kann schon mal sagen, dass es eine Liebesgeschichte ist, die eigentlich gar keine sein will. Ich habe zwei sehr starke Charaktere geschaffen, die um die Wette leiden. Aber nicht gemeinsam. Und ich freue mich darauf zu sehen, wie sie sich entwickeln. Auch kann ich bereits verraten, dass es sich beim Buchaufbau um Tagebuchform handelt.

5. Deine erste Romanveröffentlichung war ein Krimi (Der Tod kann warten, 2005). Jetzt widmest du dich der Liebe. Könntest du dir vorstellen, dich auch in andere Genres vorzuwagen? Und wenn ja, in welche?
Absolut. Ich arbeitete nebenbei an einem Fantasyroman, der mir seit vielen, vielen Jahren vorschwebt.

6. Bei welchem Buch würdest du dir wünschen, dass du es geschrieben hättest?

Kafka am Strand von Haruki Murakami. Ich liebe ihn!

Vielleicht ist er der Eine für mich? Vermutlich weiß er noch nichts von seinem Glück.
Ich hoffe, er erhält bald den verdienten Nobelpreis für Literatur.

7. Was ist für dich das Schönste am Schreiben?

Das Zwischenspeichern : )
Ich habe da so einen ganz grausamen Tick, dass ich öfter auf das Speichern Symbol klicke, als ich tatsächlich schreibe.

Und natürlich ist auch sehr schön, den Moment zu spüren, wenn sich Kreativität wieder neu auflädt. Das ist ein schönes Gefühl.

Schreiben ist für mich immer ein bisschen so, wie sich inmitten einer riesigen Menschenmasse komplett nackt auszuziehen und trotzdem zu grinsen.

8. Was ist für dich die größte Schwierigkeit beim Schreiben?

Konzentriert zu bleiben und in die Schreibstimmung reinzukommen. Manchmal dauert es Stunden, bis ich sie aufbauen kann.

9. Passiert es dir, dass sich Charaktere auch schon einmal verselbstständigen und Dinge tun, die du so gar nicht geplant hattest?

Ja, natürlich. Bei „Zeit für die Liebe“ musste ich sehr oft die Reißleine ziehen und alle wieder einfangen : )

10.  Trifft dich Kritik? Wie gehst du damit um?

Ich bin ein sehr sturer Mensch und laufe mir oft die Hörner an der Wand blutig, aber je älter ich werde umso ruhiger und gelassener kann ich mit Kritik umgehen. (Rede ich mir ein).

Liebe Anna, ganz herzlichen Dank für deine Zeit und dass du dich meinen Fragen gestellt hast. Nun lass dir aber den Kaffee schmecken. Und dann setzten wir uns raus auf die Terrasse und ich hole dir einen Aschenbecher. :-)

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