Sonntag, 15. Februar 2015

Sonntagsbrunch heute mit der Autorin Susann Julieva


Heute brunche ich wieder mit einer Kollegin, die ebenfalls ein Ebook bei Forever by Ullstein im Programm hat: Susann Julieva. Ihre Spezialität ist Gay Romance, die sie erfolgreich sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache verfasst und veröffentlicht. Anfang Februar 2015 ist ihr Roman „Böse Jungs“ bei Forever erschienen. Ich freue mich, sie heute hier begrüßen zu können.

Liebe Susann, für alle Autoren gibt es zunächst die obligatorischen Brunch-Fragen:

Kaffee oder Tee?
Ich mag beides, aber heute gerne Kaffee!

Milch, Zucker, schwarz?
Viel Milch, keinen Zucker bitte.

Herzhaft oder süß? Warm oder kalt?
Beides und alles! Ich hab ordentlich Hunger mitgebracht. ;-)

1. Deiner Biografie entnehme ich, dass für dich alles mit Fan Fiction angefangen hat. So bist du relativ schnell zu den sogenannten „Slash“-Geschichten gelangt. (Das sind Fan Fiction-Geschichten, die homosexuelle Paarungen aus bekannten Buch- bzw. Fernsehserien-Charakteren bilden. Den Namen erhält das Genre durch den Schrägstrich, englisch „Slash“, der die Charakternamen trennt.) Was macht die Faszination an Slash für dich aus?

 
Wahrscheinlich ist der Reiz daran, Figuren zusammen zu bringen, die im jeweiligen Fandom nie ein Paar werden würden. Die wenigsten Filme oder Serien haben ja schwule Liebesgeschichten. Dafür gibt es oft eine Bromance, die es in sich hat – und daraus dann in einer Fan Fic mehr zu machen, macht einfach unheimlich Spaß. Man spinnt die Originalstory weiter und zaubert etwas Eigenes daraus.

2. Wie erklärst du dir, dass Gay Romance hauptsächlich von (heterosexuellen) Frauen gelesen wird?

 
Ich sag mal so: Zwei süße Kerle zum Träumen sind immer besser als einer, oder? Viele Leserinnen sagen mir, dass sie Gay Romance gefühlvoller finden als Liebesgeschichten zwischen Mann und Frau, und dass die Schwierigkeiten, die sich unkonventionellen Paaren in den Weg stellen, für sie noch reizvoller sind. Außerdem können sich viele Leserinnen mit den weiblichen Heldinnen in Hetero-Geschichten schlecht identifizieren – das höre ich oft.

3. Dein neues Buch trägt den Titel „Böse Jungs“. Wie „böse“ sind denn deine Jungs?
 

Rizzo ist schon ein schlimmer Finger, der keine Skrupel kennt, wenn es darum geht, zu bekommen, was er will. James ist zynisch und misanthropisch und macht auch so einiges, was ein „guter Junge“ nie tun würde. Alle drei Hauptfiguren lassen sich auf ein gefährliches Spiel ein, dafür allein schon kann man sie nicht gerade als „brav“ bezeichnen. ;-)

4. Bevorzugst du auch als Leserin Gay Romance oder liest du auch schon mal fremd?
 

Och, je nach Lust und Laune. Ich bin da nicht auf ein Genre festgelegt. Ich lese zum Beispiel auch sehr gerne Urban Fantasy und Chick-Lit. Hauptsache, das Buch ist gut!

5. Wie reagiert dein Umfeld darauf, dass du Gay Romance schreibst? Ist es dir schon mal untergekommen, dass du deswegen angegriffen wurdest oder sind die Reaktionen überwiegend positiv?

 
Meine Freunde und Familie nehmen das ganz locker, die haben kein Problem damit. Angegriffen wurde ich noch nicht, aber ich weiß, dass im Bekanntenkreis der eine oder das nicht verstehen kann. Das juckt mich aber nicht weiter. Ich tue, was ich liebe – was gibt es Schöneres?

6. Bei welchem Buch würdest du dir wünschen, dass du es geschrieben hättest?
 

J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe“. Allein die ganzen Sprachen, die er dafür erfunden hat. Einfach beeindruckend. Er hat eine völlig stimmige Welt erschaffen, das finde ich unglaublich. So viel Hingabe an eine Geschichte – das macht ihn für mich zum Vorbild.

7. Was ist für dich das Schönste am Schreiben?

 
Figuren zum Leben zu erwecken. Wenn es „fließt“ und man das Gefühl hat, die Geschichte schreibt sich gerade selbst – das ist ein Wahnsinnsgefühl. Und dann ist da natürlich der wunderbare Kontakt zu den LeserInnen, der durchs Schreiben entsteht, das ist einfach toll!

8. Was ist für dich die größte Schwierigkeit beim Schreiben? 

 
Durchzuhalten, das ist das schwerste. Manchmal bin ich schon halb fertig mit einem Manuskript, habe monatelang daran gearbeitet, und plötzlich ist die Luft raus, ich weiß nicht weiter und möchte das Projekt am liebsten aufgeben. Das eben nicht zu tun ist für mich die größte Herausforderung.

9. Passiert es dir, dass sich Charaktere auch schon einmal verselbstständigen und Dinge tun, die du so gar nicht geplant hattest? 

 
Oh ja, das passiert sogar ziemlich oft! Widerspenstige kleine Racker! Manchmal wollen die einfach nicht so, wie man will. Einmal musste ich bei einer Figur sogar einen kompletten „Reboot“ machen und ihn neu anlegen, weil aus der Geschichte sonst nichts geworden wäre.

10.  Trifft dich Kritik? Wie gehst du damit um? 

 
Klar, das trifft jeden! Im ersten Moment tut das weh. Ich denke aber über Kritik nach und schaue, ob ich etwas daraus lernen kann. Manchmal gibt es allerdings unberechtigte Kritik, gerade, wenn jemand eins meiner Bücher meint lesen zu müssen, obwohl er kein Gay Romance mag. Das kann ich dann auch einfach mal an mir abperlen lassen. Man kann's einfach nicht jedem recht machen. ;-)

Ich danke dir, liebe Susann, dass du dich meinen Fragen gestellt hast. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und Spaß mit dem Schreiben und natürlich deinen „Bösen Jungs“ einen fantastischen Start.

Dankeschön! Und vielen lieben Dank für das Interview und deine interessanten Fragen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen