Freitag, 24. April 2015

Heute auf der Soapbox: Bettina Schott mit 'Volturnus schläft'


Meine Rubrik "Soapbox" hat ein neues Gewand bekommen. Sonst ändert sich aber nichts. Wie gehabt soll die Soapbox Indie-Autoren, Self-Publishern und Ebook-only Autoren eine Plattform bieten, sich den Lesern zu präsentieren. Die Idee dazu habe ich mir von der Tradition der "Soapbox Speeches" geliehen. Man steigt einfach auf eine Kiste und hält eine Rede über das, was einem am Herzen liegt. Hier klettern die Autoren selbst auf die Kiste und stellen ihr Buch in ihren eigenen Worten vor. Ich mische mich nicht ein. In maximal 500 Wörtern dürfen sie euch Lesern hier ihr Werk vorstellen und schmackhaft machen. Wer sein Buch gerne einmal hier vorstellen möchte, kann mich gerne kontaktieren. Heute erklimmt die Soapbox Bettina Schott mit "Volturnus schläft".

Cover klicken, um zum Buch zu gelangen


Bettina Schott: Volturnus schläft (Roman)

Klappentext:
Schwarzwald, 1748. Ein folgenschwerer Unfall im Wald, ein heimtückischer Mordanschlag am Fluss, eine schändliche Entführung …
Von einem Tag auf den anderen ist in der sonst so friedfertigen Flößerstadt Altensteig nichts mehr wie zuvor. Doch es kommt noch schlimmer: Schuld an den Gräueltaten soll die blinde Wirtstochter Agnes haben, die vom Opfer zum Sündenbock gemacht wird. Hexenwerk sei im Spiel, und der Ruf nach Vergeltung wird laut …
Ein facettenreicher historischer Roman, der den Alltag des Schwarzwalds im 18. Jahrhundert wieder aufleben lässt.


Auszüge aus dem Buch:

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Zu allem Übel stimmte Wentzel nun eine selbst gedichtete Weise an, mit der er den Geistlichen aus der Reserve locken wollte:

»Ein Pfarrherr einst im Kerker saß,
er stank wie faulig-altes Aas,
von einer Hex’ ließ er sich blenden
und zart sich beißen in die Lenden,
weg ist der Schwanz, die Pein gar groß,
ein blutig’s Loch bleibt ihm im Schoß …«


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»Weshalb hast du dieses Getier mitgebracht? Hast du keinen Respekt vor dem Gericht?«
»Oh doch, Herr Volpert … ähm … Herr Richter. Es hieß doch, das Gericht bräuchte alle Zeugen, die gesehen haben, dass der Herr Wentzel den Stall repariert hat. Und Bertrams Kälbchen waren mit dabei.«


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»Der Friedel schaut uns gewiss von oben zu, denkst du nicht auch, Mutter?«
»Aber freilich, mein Kind. Wir hätten ihn hier unten gleichwohl nötiger gehabt. Er konnte die Palmen binden wie ein junger Gott. Dafür brauchte er nur halb so viel Zeit wie ich.«
»Da hast du wohl recht. Ich vermisse ihn so, Mutter.« Seufzend strich sich Agnes einige Weidenspäne vom Schoß.
Martha legte ihre Zweige beiseite und setzte sich neben ihre Tochter auf die Bank. Behutsam schob sie ihren Arm um Agnes’ Hüfte und verharrte so eine Weile stillschweigend. Von so viel Sanftmut ihrer Mutter überrascht, legte Agnes ihren Kopf an Marthas Schulter und genoss die für sie ungewohnte Situation.
»Weißt du, mein Kind«, ergriff die Ochsenwirtin wieder das Wort, »der Friedel ist oben bei eurem Vater. Der war eine lange Zeit alleine, jetzt kann sich der Junge um ihn kümmern. Er wird ihm den lieben langen Tag von seinen Flößergeschichten vorschwärmen.«
»Ja, gewiss«, lachte Agnes, und ihre düsteren Gedanken schwanden ein wenig. »Das wird Vater bei Laune halten.«
Martha ergriff die Hand ihrer Tochter und sagte: »Sieh mal, Agnes, jetzt sind nur noch wir zwei Frauen übrig. Wir haben eine große Bürde zu tragen, alles auf uns alleine gestellt zu bewerkstelligen. Deshalb müssen wir zusammenhalten. Und du wirst sehen, Vater und Friedel werden stolz auf uns sein.«
»Ja, das werden sie. Weißt du, Friedel war für mich allweil mein bester Freund, aber dass er mir so tief im Herzen verankert war, zeigt erst der unsagbare Schmerz, den mir sein Verlust jetzt bereitet.«
»Dort wird er auch auf ewig bleiben, Agnes. In deinem Herzen, gleich wie in meinem auch.« Sanft strich Martha ihr eine Locke aus der Stirn und küsste sie auf dieselbe.

http://bettinaschott.blog.de 

Bettina könnt ihr auch bei Facebook besuchen (und gerne ein Like dalassen).  





1 Kommentar:

  1. Liebe Doro,
    ich danke Dir für Deine Mühe, freut mich sehr :)
    Ich wünsche Dir ein sonniges Wochenende!
    Liebe Grüße,
    Bettina

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