Sonntag, 10. Mai 2015

Sonntagsbrunch heute mit der Autorin Marliese Arold


Zu Gast bei uns ist heute eine Autorin, deren Bücher mittlerweile in ca. zwanzig Sprachen übersetzt wurden und deren erfolgreiche Reihe „Magic Girls“ mittlerweile elf Bände umfasst.. Sie schreibt für Erstleser, Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene (z.B. den Roman „Das Isis-Tor“). Ich bin sehr froh, dass Marliese Arold neben ihrer Arbeit noch Zeit für unseren Sonntags-Brunch gefunden hat und heute hier zu Gast ist.




Liebe Marliese, für alle Autoren gibt es zunächst die obligatorischen Brunch-Fragen:
 

Kaffee oder Tee?
Kaffee
Milch, Zucker, schwarz?
Milch
Herzhaft oder süß?
Sowohl als auch
Warm oder kalt?
beides 

1. Das Thema „Buch“ zieht sich durch dein gesamtes Leben. Als Kind hast du Bücher verschlungen, hast Schulhefte mit Geschichten und Gedichten vollgeschrieben, mit zwölf das Taschengeld in eine Schreibmaschine investiert und deinen ersten Krimi geschrieben (der leider nie veröffentlicht wurde), hast Bibliothekswesen studiert und schließlich mit 25 deine ersten Bücher veröffentlicht. Kannst du für uns versuchen, den Zauber der Bücher zusammenzufassen? 

Geschichten fand ich schon immer faszinierend. Meine Mutter hat mir abends oft Märchen erzählt, und wenn das Licht aus war, erzählte ich mir die Märchen noch einmal, aber dann war ich die Prinzessin oder die Heldin, die aufregende Abenteuer erlebte. Notizbücher oder leere Kalenderbüchlein übten auch mich eine ungeheure Anziehungskraft aus. Ich stellte mir vor, dass man die weißen Blätter mit Bildern und Texten füllen könnte. Als ich lesen konnte, schnappte ich mir jedes Buch, das in Reichweite war. Das war leider nicht genug. Durch die Bände der Kirchenbücherei hatte ich mich bald hindurch gelesen. Leider wurde in Erlenbach erst eine Stadtbücherei gebaut, als ich schon 18 Jahre alt war. Ich nutzte sie sofort.  Da „Schriftstellerin“ in den Augen meiner Mitwelt kein realistisches Berufsziel war, studierte ich Bibliothekswesen, um Bibliothekarin zu werden. (Endlich Zugriff auf ganz viele Bücher!)  Diesen Beruf habe ich allerdings nie ausgeübt. Nach dem Studium war ich erst einmal arbeitslos. Diese Zeit habe ich zum Schreiben genutzt. Zweieinhalb Jahre lang kamen meine Texte nur zurück. Dann sagten innerhalb von vier Wochen zwei verschiedene Verlage zu, ein Rundfunksender nahm ein Hörspiel an und schwanger bin ich auch geworden!

2. Thriller, Liebesgeschichten, Bücher übers Bloggen, Magersucht, Magie, Atlantis, Ponys, Fußball, Piraten, Gespenster, Computer-Hacker, Inline-Skaten… Gibt es ein Thema oder ein Genre, das vor dir sicher ist? Nein, im Ernst. Du deckst eine große Bandbreite an Themen und Genres ab. Gibt es da etwas, das dir so überhaupt nicht liegt und an das du dich nicht herantrauen würdest?

Puh, schwierige Frage! Vor einigen Jahren hätte ich dir geantwortet, dass ich nie ein Buch über Fußball schreiben werde. Aber mittlerweile habe ich eine 7-bändige Fußballreihe geschrieben, und es hat sogar Spaß gemacht. 
Ich glaube, ich werde niemals richtig blutige Horrorgeschichten schreiben. Falls irgendwann mal Horror, dann eher die Psychoschiene. ;-)


3. Gibt es ein Herzensprojekt, an dem du besonders hängst, oder auf das du besonders stolz bist? Oder vielleicht etwas, über das es dir besonders schwer fiel, zu schreiben?

Schwierig war „Angel – die Geschichte eines Straßenkids“. Da war ich zwei Mal drauf und dran, das Manuskript in die Ecke zu werfen.  Ich hatte eine sehr strenge Lektorin (Gruß an Corinna!), die aber auch sehr gut war. Als das Buch dann doch fertig war, war ich mächtig stolz. 
Ein Herzenprojekt war „Die Delfine von Atlantis“ und ich glaube, das ist ein wunderschönes Buch geworden. 
Es gibt übrigens noch mehrere Herzenprojekte, die noch nicht geschrieben sind!


4. Wie entstehen bei dir die Ideen für neue Bücher? 

Ganz spontan. Ein Wort, ein Bild, ein Spaziergang, ein Gespräch (am besten Blödelei!) – all das kann eine Idee auslösen. Oder ein Traum! 
Man muss die Ideen aber möglichst zeitnah aufnotieren, sonst sind sie weg und man ärgert sich.  

5. Du schreibst nicht nur, du malst und zeichnest auch. Und das (wie ich auf deiner Homepage gesehen habe) sogar richtig gut. Hast du auch schon Bücher illustriert oder würdest du es gerne in Zukunft einmal versuchen? 

Ich würde sehr gern mal ein Buch von mir illustrieren. Bisher gibt es nur ein paar Vignetten von mir in den „Magic Diaries“.

6. Bei welchem Buch würdest du dir wünschen, dass du es geschrieben hättest?  

„Harry Potter“ natürlich *g*  . „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer. 

7. Was ist für dich das Schönste am Schreiben?  

Die grenzenlosen Möglichkeiten. Die Chance, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Die Recherche zu allen möglichen Themen. Man darf als Schriftstellerin immer neugierige Fragen stellen, ohne dass es peinlich ist. ;-)) 

8. Was ist für dich die größte Schwierigkeit beim Schreiben?  

Wenn eine Idee ganz frisch ist, habe ich oft eine Vision, wie die Geschichte aussehen soll.  Die Schwierigkeit beim Schreiben besteht darin, dass der Text genau zu dieser Vision wird. 

9. Passiert es dir, dass sich Charaktere auch schon einmal verselbstständigen und Dinge tun, die du so gar nicht geplant hattest?  

Oh ja. Die Figuren machen manchmal, was sie wollen. Ich erinnere mich an einen Bösewicht, der mich so geärgert hat, dass ich ihn am Ende der Geschichte vor Wut erschossen habe. Das war allerdings nicht geplant und ging gar nicht.  Erst mit dem dritten Version des Endes war ich dann zufrieden. 

10.  Trifft dich Kritik? Wie gehst du damit um?  

Kritik tut weh. Verletzt. Man ist beleidigt. Hat Mordgedanken. Guckt nach, was ein Profikiller kostet ... ;-))  Nein, im Ernst. Es kommt darauf an. Wenn mich eine kompetente Lektorin kritisiert, dann nehme ich das sehr ernst und versuche das Beste aus meinem Text zu  machen. Schließlich geht es darum, dass die Leser mit dem Buch, das sie hinterher kaufen, glücklich sind. Ein bisschen muss man zuerst schlucken, aber dann ist es okay. – Anders ist es, wenn das Buch erschienen ist und die Rezensionen kommen. Wenn ein Rezensent das Buch zerpflückt, weil das Buch eine Liebesgeschichte ist, während er lieber Krimis liest, ist die Rezension unqualifiziert. Oder wenn es heißt: „Hach, man merkt eben, es ist ein Buch für 8jährige, ich bin mit 15 nicht mehr die Zielgruppe“.  – Natürlich freut man sich über 5-Sterne mehr als über 2-Sterne. Klar, schlechte Rezensionen ärgern einen. Aber die Geschmäcker sind eben unterschiedlich. Man darf einzelne Kritiken nicht überbewerten oder sich dadurch die Lust am Schreiben nehmen lassen. Aber das sagt sich leicht ...  

Liebe Marliese, ich bedanke mich ganz herzlich, dass du für uns die Zeit gefunden hast und wünsche dir weiterhin so tollen Erfolg mit deinen Projekten.  

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