Dienstag, 23. Juni 2015

5 nervige Fragen und 5 passende Antworten


Marcus Johanus schreibt in seinem Artikel über “5 Fragen, die Autoren zum Hals raushängen und was man auf die antworten kann” und Annika Bühnemann hat es aufgegriffen. Warum nicht eine Art Blogparade dazu starten? Ich versuche mich also auch mal an den Fragen. 
Natürlich kommt es immer darauf an, wer fragt und wie die Fragen gestellt werden. Aber manche kann man wirklich nicht mehr hören. 

1 Mit dem Schreiben verdient man doch eh kein Geld – wozu die Mühe?
Gut, dass du mich darauf hinweist. Das wusste ich ja noch gar nicht. Ist ja auch völliger Blödsinn, in meiner Freizeit etwas zu tun, das mir Spaß macht und mich dabei auch noch anzustrengen, um es möglichst gut zu machen. Ach, du bist im Tennisverein? Das ist natürlich etwas ganz anderes. Fast alle Tennisspieler werden schließlich berühmt und reich. 
2 Wieso wirst du nicht veröffentlicht?
Ich habe zwei Romane als Ebook bei einem Verlag veröffentlicht und zuvor sehr lange gesucht. Es gibt eben sehr viele Leute, die schreiben und die Lektorate in den Verlagen sind chronisch überarbeitet. Die Flut an Einsendungen ist kaum zu bewältigen, und nicht jedes Manuskript, das gut ist, wird auch automatisch veröffentlicht (ebenso ist auch nicht jedes veröffentlichte automatisch gut). Ein bisschen ist das, wie aus einem großen Lostopf gefischt zu werden. Natürlich muss man Talent haben, aber auch sehr viel Geduld und großes Glück. Viele erfolgreiche Autoren hatten erst einmal jede Menge Ablehnungen zu verkraften. Wenn du deine erste Verlagsveröffentlichung hast, sprechen wir uns noch einmal.

3 Du veröffentlichst deine Bücher selbst als E-Book? Liest das denn jemand, es gibt doch so viele davon?
Nachdem ich für meinen Jugendroman kein schönes Verlags-Zuhause gefunden habe, habe ich mich entschlossen, ihn als Self-Publisher herauszubringen. Natürlich ist es nicht leicht, in der Flut der vielen Ebooks gesehen zu werden. Aber eins ist sicher: auf meiner Festplatte lesen das Buch garantiert wesentlich weniger Leute. Warum also nicht die Chance nutzen. Manch einer wird auch so erfolgreich.


4 Bücher lesen ist doch prinzipiell langweilig. Wozu also welche schreiben?
Ich und eine Menge anderer kurioser Leute finden Bücherlesen überhaupt kein Stück langweilig. Zumindest nicht, wenn es sich um gute Bücher handelt. Und damit es noch weniger langweilige Bücher auf dieser Welt gibt, schreibe ich selbst welche.

5 Ist Romanschreiben nicht ganz schön einsam? Wirst du dadurch nicht zum Stubenhocker?
Absolut nicht. Ich stehe mit sehr vielen Menschen in ständigem Kontakt, und ich schreibe ja auch nicht 24 Stunden am Tag. Vieles beim Schreiben passiert auch im Kopf. Wenn ich Ideen suche, funktioniert das gut, wenn ich spazieren gehe. Ich weiß schon noch, wie die Sonne aussieht. Außerdem kann man einen Laptop ja auch tragen. Und für spontane Einfälle gibt es die Sprach-Memo-Funktion am Handy oder digitale Diktiergeräte. 

Mich wundert übrigens, dass die nervigste Frage hier gar nicht auftaucht.

"Wie viel verdienst du denn damit?" bzw. "Wie verkaufen sich denn deine Bücher?"

Darf ich dich auch fragen, was du verdienst?  

Oder diese schöne Klassiker:

"Ach so, dann schreibst du 'nur' Ebooks?"

Ja. Ich weiß, ich bin unwürdig und darf mich gar nicht Autor nennen. Äh…was genau ist der Unterschied in der Produktion eines Printbuches und eines Ebooks bis zum Einreichen beim Verlag? Also bis zu dem Punkt, an dem es nicht mehr meine Arbeit betrifft?
RÜCHTÜSCH! Es gibt keinen Unterschied.
 

Kommentare:

  1. Hallo Satu,

    hey, dass sind aber schon echt fiese und gemeine Fragen oder?

    LG..Karin...

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  2. Hallo Satu,
    5 nervige Fragen genial beantwortet.
    Und die kriegst du wirklich oft gestellt? Das ist der Hammer!
    loralee

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    1. Ja. Besonders die, was man damit verdient bzw. wie gut (oder schlecht) sich die Bücher verkaufen bekomme ich sehr oft.

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  3. Ach ja, wie interessant. Und vorhin habe ich Annika erst geschrieben, dass man ja eine Blogparade draus machen könnte.

    Na dann: Hier geht es zu meinen nicht ganz erst gemeinten Antworten:
    http://www.rosemarie-benke-bursian.de/tipps-rund-ums-schreiben/5-nervige-fragen-antworten/

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    1. Haha...zwei Doofe, ein Gedanke, wie man so schön sagt. Finde ich gut. Deine Antworten sind auch sehr gut. Die müsste ich mir merken.

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    2. Ah, hast du auch diese Idee gehabt? Dann mach doch mit!
      Freut mich, wenn dir auch meine Antworten gefallen. Die darfst du auch gerne weiter verwenden ohne dass ich Urheberrechte beantrage :-)

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  4. Mich nervt ja auch immer diese Frage hier:

    - Woher bekommen Sie denn Ihre Ideen?

    Da kann man schon mal antworten: "Ich gehe in den Laden und kaufe sie. In der Familiengroßpackung sind sie übrigens billiger."

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