Dienstag, 30. Juni 2015

Gemeinsam Lesen 30. Juni 2015

Eine Aktion, die von Asaviels Bücher-Allerlei ins Leben gerufen wurde und nun von  Schlunzen-Bücher weitergeführt wird. 

Fragen diese Woche: 

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

4. Was macht für euch eine gute Rezension aus? Was darf in keiner Rezi fehlen und was sollte auf keinen Fall rein? (Frage von Claudi's Gedankenwelt)

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?




Ich habe gestern "London Love" von Larissa Wolf beendet und fange jetzt an mit "Im Hause Longbourn" von Jo Baker. Dort bin ich auf Seite 5 von 368, also noch ganz am Anfang.




Parallel lese ich nach wie vor an "Game of Thrones: A Song of Ice and Fire - Book 1) und bin mittlerweile auf Seite 569 von 801.
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Im Hause Longbourn: Ohne Waschtag, keine Kleidung, das verstand sich von selbst, und ohne Kleidung ging es nun einmal nicht, jedenfalls nicht in Hertfordshire, und schon gar nicht im September. 


A Game of Thrones: "I don't want to be broken," he whispered fiercely to Maester Luwin, who'd been seated to his right.
 

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich schreibe noch einmal kurz etwas zu London Love, das ich ja gerade beendet habe. Es hat mir gut gefallen. Die Buchbesprechung findet ihr hier. Ich fand die Charaktere sehr sympathisch und die Liebesgeschichte sehr schön und berührend. Angezogen hat mich als erstes ja das Cover, da habe ich mich gleich gemeldet, als Larissa Testleser suchte. Ein schönes Buch, das sich leicht herunterliest. 

In "Im Hause Longbourn" setze ich als Austen-Fan natürlich hohe Erwartungen und bin mal gespannt. Alles einmal durch die Augen einer Bediensteten zu sehen, ist sicherlich sehr interessant. 

Game of Thrones ist toll, aber eben auch nicht so leicht herunterzulesen. Ich hatte wenig Zeit und darunter hat es dann arg gelitten. Ich hoffe aber, dass ich diese Woche fertig werde. 

4. Was macht für euch eine gute Rezension aus? Was darf in keiner Rezi fehlen und was sollte auf keinen Fall rein? (Frage von Claudi's Gedankenwelt)

Das ist eine tolle Frage, da ich sie ja von zwei Seiten betrachten kann. Ich bin schließlich selbst Autorin und schreibe nicht nur Rezensionen, sondern bekomme auch welche. Wenn man die ersten Rezis für eigene Werke bekommt, wird einem oft erst bewusst, wie manches bei den Autoren ankommt. Dabei blendet man häufig aus, dass es sich da in den allermeisten Fällen um Menschen handelt, die ihr Herzblut und viel Arbeit in ihre "Buchbabys" gesteckt haben, die man dann schnell mal mit ein paar Worten vernichtet. Natürlich gehört es zur Professionalität, dass man Kritik nicht persönlich nimmt und nicht allzu viel auf Rezensionen gibt, aber dennoch hat es mir bewusst gemacht, dass ich über etwas schreibe, das zu erschaffen jemanden viel Mühe und Zeit gekostet hat. Seitdem ist mein Respekt als Rezensentin natürlich auch gewachsen. 

Eine gute Rezension ist für mich daher immer sachlich und begründet ihre Urteile. Für mich muss am Anfang eine kurze Zusammenfassung des Inhalts stehen, dann sollte der Rezensent nennen, was ihm gefallen und was ihm nicht gefallen hat. Am Ende sollte es ein Fazit geben. Außerdem finde ich es immer schön, wenn es eine Leseempfehlung am Schluss gibt. 

Natürlich lese ich auch meine Rezensionen und sie lassen mich nicht völlig unberührt. Ich kann mittlerweile ganz gut auch mit vernichtender Kritik umgehen, aber so etwas perlt auch nicht einfach ab. Ich schreibe also einfach mal, welche Rezensionen ich als Autorin wenig hilfreich finde. Das deckt sich dann auch ziemlich mit dem, was ich als Leserin an Rezensionen doof finde. 

Ich mag es nicht, wenn Rezensenten nicht das individuelle Werk kritisieren, sondern das ganze Genre. Oft bekomme ich in Rezensionen zu hören "das ist so ein typisches Frauenbuch". Eigentlich ist das keine Kritik, sondern ein Kompliment. Schließlich schreibe ich humorvolle Frauenromane - Chicklit, wie man so schön sagt. Dann kritisieren manche, dass meine Bücher "keinen Tiefgang" haben. Das sollen sie in diesem rein unterhaltenden Genre auch nicht. Das sind einfach "Gute-Laune"-Bücher. Popcornkino. Sie sollen auch ein wenig rosarot und kitschig sein. Das gehört einfach zum Genre, wird aber dann häufig kritisiert. Ebenso: "da geht es zu viel um Alltägliches" oder "igitt, das Buch hat ein Happy End". Das sind alles Dinge, die eigentlich das Genre ausmachen und ich frage mich, warum diese Menschen dann zu meinem Buch gegriffen haben, wenn sie all das nicht mögen. 
Ich versuche also immer das Genre und das Zielpublikum im Auge zu behalten, wenn ich rezensiere. Ich frage mich vorher: was erwartet man von einem solchen Buch? Von einem Liebesroman erwarte ich nicht unbedingt Spannung und Action, von einem Thriller hingegen schon. 

Störend finde ich auch Pauschalurteile beziehungsweise absolute Formulierungen. Jeder sollte sich im Klaren sein, dass seine Beurteilung subjektiv ist. Also anstatt zu sagen: "Das Buch ist schlecht, das sollte niemand lesen!" würde ich eher schreiben: "Mir persönlich hat das Buch nicht gefallen und ich würde es nicht unbedingt weiterempfehlen." Da liegt schon ein himmelweiter Unterschied zwischen. Ich maße mir nicht an, beurteilen zu können, was "gut" und was "schlecht" ist. Ich versuche einzuschätzen, wem das Buch gefallen könnte. Daher schreibe ich am Ende meiner Buchbesprechungen auch immer, wie ich mir den "idealen Leser" für dieses Buch vorstelle. Denn ich bin mir bewusst, dass Bücher, die mir nicht gefallen, anderen ganz toll gefallen können und umgekehrt. 

Eine Eigenheit bei meinen Besprechungen ist, dass ich keine Punkte/Sterne oder Noten vergebe. Das muss ich schon beruflich und hasse es ehrlich gesagt. Die individuelle Leistung einer Person zu beurteilen ist sehr schwer und nie so wirklich gerecht. In meiner Freizeit muss ich das nicht auch noch tun müssen. 

Und wie seht ihr das?

Kommentare:

  1. Oh das London Love Cover ist ja ein Traum! *.*
    Wirklich interessant, dass du beide Seiten kennst! Ich stimme dir zu: Kritik etc. sollte immer begründet und sachlich sein! Jedoch mag ich keine kurze Zusammenfassungen des Inhalts. Der Klappentext reicht für mich. Schließlich soll jeder das Buch ja selber Lesen. So hier und da eine Andeutung ok. Aber ich lese mir nie die Zusammenfassungen durch.

    Liebe Grüße Jana von Thousandlifes

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  2. Moin,
    vielen dank das du zu London Love noch etwas geschrieben hast, ich darf es ja auch bald lesen (es ist schon auf dem Reader) Wusstest du das die Autorin, damit ihre eigene Geschichte verarbeitet hat, zumindest habe ich das gehört.
    Kleines OT: Wenn es nun so warm wird, denke bitte an das trinken, das ist sehr sehr wichtig :-)
    Liebe Grüße
    Nicole
    www.goldkindchen.blogspot.com

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  3. Huhu!

    Sehr interessant, das mal von der anderen Seite aus zu sehen! :-) Aber ich stimme dir da absolut zu - ich bewerte einen Thriller ganz anders als einen Liebesroman. Bei ersterem würde ich keine mangelnde Romantik kritisieren, und beim zweiten keine fehlende Hochspannung.

    Inwischen habe ich ein Schema, dem ich in meinen Rezensionen folge: ich gehe immer auf Originalität, Spannungsaufbau, Charakterentwicklung, Schreibstil, und je nach Genre auch Humor, Romantik und Erotik ein. Plus alles, was mir zu dem Buch auf den Nägeln brennt! :-)

    Spoiler gehen natürlich gar nicht, und beleidigend oder höhnisch herablassend darf die Kritik in meinen Augen auch nicht werden. Ich habe eigentlich immer im Hinterkopf, dass hinter dem Buch ein Mensch steht, der viel Mühe und Liebe hinein gesteckt hat.

    "Im Hause Longbourn" will ich auch unbedingt noch lesen! :-)

    LG,
    Mikka

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  4. Hey~
    Pauschalurteile sollte man sich tatsächlich verkneifen. Manchmal rutscht es einem aber trotzdem raus. Ich hoffe, dass ich bei meinen Meinungen nie vergessen habe bzw. vergessen werde zu schreiben, dass es meiner Meinung nach so und so ist.
    Ich kann auch nicht so ganz nachvollziehen, dass man sich für ein Buch eines bestimmten Genres entscheidet und dann am Ende hauptsächlich die spezifischen Merkmale kritisiert. Wenn ich einen seichten Unterhaltungsroman zur Hand nehme, erwarte ich keinen Tiefgang und somit kann ich doch dann nicht kritisieren, dass das Buch oberflächlich bleibt. Aber ich finde, man kann es in jedem Genre auch mit dem Ausreizen der Merkmale übertreiben und das darf dann ruhig kritisiert werden. Es geht (um mal bei Chicklit zu bleiben) eindeutig auch zu kitschig :)

    Aly <3
    Gemeinsam lesen #46.

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