Freitag, 12. Juni 2015

Heute auf der Soapbox: Berit Walch mit "30 Tage nach Tim"



Meine Rubrik "Soapbox" soll Indie-Autoren, Self-Publishern und Ebook-only Autoren eine Plattform bieten, sich den Lesern zu präsentieren. Die Idee dazu habe ich mir von der Tradition der "Soapbox Speeches" geliehen. Man steigt einfach auf eine Kiste und hält eine Rede über das, was einem am Herzen liegt. Hier klettern die Autoren selbst auf die Kiste und stellen ihr Buch in ihren eigenen Worten vor. Ich mische mich nicht ein. In etwa 500 Wörtern dürfen sie euch Lesern hier ihr Werk vorstellen und schmackhaft machen. Wer sein Buch hier vorstellen möchte, kann mich gerne kontaktieren.

Heute stellt sich eine Forever-Kollegin mit ihrem Ebook "30 Tage nach Tim" vor. Ich überlasse jetzt das Wort einfach mal der lieben Berit Walch:

Berit Walch "30 Tage nach Tim"



Entertainerin Sonya Kraus findet: „Der definitiv witzigste Liebesroman des Jahres!“ und begeisterte Leserstimmen geben ihr Recht:  
 
4,9 von 5 Sternen / 26 Rezensionen bei Amazon/ seit 3 Wochen in den Itunes Charts 

30 Tage nach Tim erzählt die bezaubernde Geschichte von Milla. Eine Geschichte über das Kennenlernen und das Verlassenwerden, über Schmerz und über Freude, über ein Ende und viele Anfänge. Eine Geschichte über die Liebe. Zum Mitlachen, zum Mitheulen, zum Mitfiebern.

Warum ich über Trennung schrieb? Weil jede Frau in ihrem Leben (mindestens) einmal verlassen wurde, weil jede Frau in ihrem Leben (mindestens) einen „Tim“ kannte und jede Frau (mindestens) ein bisschen wie „Milla ist“. Ich wollte eine authentische Geschichte schreiben. Eine, die das Leben selbst zu Papier gebracht hätte. Ohne Schnörkel und verkünstelte Wendepunkte. Mit echten Charakteren und Romanhelden die man lieben muss, weil man ihnen glaubt, was sie fühlen.
Und so schrieb ich eine Geschichte über Liebeskummer. Ein großes Thema, das jede(n) von uns irgendwann mal gestreift-, ach, was sag ich - angerempelt hat. Mit voller Wucht. Wer weiß nicht, wie sich das anfühlt?! Wenn Wut und Trauer sich gegenseitig ablösen, als würden sie im Staffellauf durch Dein Leben hetzen. Wenn die Extreme „entweder“/“oder“ (entweder literweise Eiscreme oder Nulldiät, entweder Tatendrang oder Lethargie, entweder „Was für ein riesen Arschloch!“ oder „Es war sooo schön mit ihm!“) bei Dir Einzug gehalten haben. Wenn Du Dich mit geradezu übermenschlicher Kraft vor den Spiegel schleppst, um Dich ausgehtauglich zu schminken, nur um Dir selbst und dem Rest der Welt zu beweisen, dass Dein Ex keinen heulenden Zombie aus Dir gemacht hat, sondern noch immer ein Vamp in Dir steckt. Wenn der Abend statt auf der Tanzfläche dann doch bei Dir im Schlafzimmer stattfindet, weil man nirgendwo sonst seinen Selbstmitleid so angemessen zelebrieren kann, wie in seinem Bett. Wenn Du bei einem One-Night-Stand Trost suchst und Dich die Erkenntnis, dass Protest-Sex keine Lösung ist, trifft wie ein Fausthieb. Diese Ahnung aufblitzender Hoffnung, dass irgendwo in der Dunkelheit ein Neuanfang auf Dich wartet.
Das Gefühl, Heimweh nach einem Menschen zu haben... All das bedeutet Liebeskummer und all das erlebt Milla. 30 Tage zwischen Trauer und neuer Lebenslust, voller Pleiten, Pech und Pannen, einem überraschenden Wiedersehen und der Frage: Wird Milla Tim zurückerobern oder besser: Will sie ihn überhaupt zurück? Das dicke Ende kommt – wie immer – zum Schluss …
 


 Textauszug:

 Die Sonne war schon beinahe untergegangen, aber ihre Strahlen waren noch immer warm. Vom Ufer drangen gedämpft die unverwechselbaren Klänge von Urlaub am Meer zu uns herüber: Lachende Kinder, ein alter Thai, der am Strand singend seine coconuts anpries, und das leise Tuckern der Long-tail-Boote, die an dem kleinen Holzsteg an- oder ablegten. Ich hätte ewig so in Tims Armen im Wasser treiben können. Seinen Atem in meinem Ohr, Wassertropfen, die von seinen Haaren auf meine Schulter regneten, meine Beine um seine Taille geschlungen. 
Tim zog mich tiefer ins Wasser. Seine Augen blitzten: „Lass uns verbotene Dinge tun!“, sagte er und angelte sich mit einer geschickten Bewegung meine Bikini-Hose. Bevor ich sie protestierend zurückerobern konnte, hatte er sie auch schon mit einem kräftigen Wurf in die Wellen befördert. 
„Du spinnst ja wohl!“, lachte ich. „Das Teil ist für immer weg!“ Und tatsächlich ertrank mein Höschen drei Meter von uns entfernt in den Fluten. „Die wirst du gleich mal schön retten gehen!“, sagte ich.
Statt einer Antwort drückte mir Tim seine salzigen Lippen auf den Mund. „Ich habe dir gesagt, meine Rache wird fürchterlich sein!“, flüsterte er mir ins Ohr und streifte seine Shorts nach unten.
„Das kannst du nicht machen!“, protestierte ich.
Tim konnte offenbar doch. Und es fühlte sich unbeschreiblich gut an. Wir hüpften wie zwei Bojen auf und ab, und das Wasser klatschte sanft an unsere Schultern. Ich schielte mit halb geschlossenen Augen zum Ufer. Ob man von dort aus unseren Badespaß sehen konnte? Aus den Augenwinkeln erspähte ich eine Gruppe Inder, die offensichtlich ihre Unterhosen im Meer wuschen. Blöd. Hätte ich mal besser aufs offene Meer geschaut. Da war der Anblick einer heranschwimmenden Haifischflosse ja antörnender. Einer der Inder schwenkte etwas in seiner Hand. Eine Kamera.
Mit einem Ruck befreite ich mich aus Tims Umklammerung. „Der Typ da filmt uns!“, raunte ich Tim zu.
„Was?“ Er zog mich wieder zu sich. „Warum flüsterst du? Und warum hast du aufgehört, wilden, hemmungslosen Sex mit mir zu haben?“, fragte Tim, während er meinen Hals mit nassen Küssen bedeckte.
„Ich sehe unsere Plansch-Einlage jetzt schon bei YouTube!“, sagte ich und deutete auf unseren indischen Fan, dessen Kumpel mittlerweile das künstlerische Hobby teilte und ebenfalls eine Kamera zückte.
Tim wuschelte mir durch das nasse Haar. „Du Quatschkopf“, sagte er. „Die filmen nicht uns – die filmen den Sonnenuntergang.“ Hoffentlich hatte Tim recht. Ich wollte jetzt nicht zwingend eine Internet-Berühmtheit werden.
„Na gut!“, seufzte Tim. „Dann muss ich jetzt meine überschüssigen Energien mit einer anderen Sportart loswerden.“ Und mit diesen Worten kraulte er mit Kurs auf einen Schnorchel-Felsen davon. Ja, lass mich hier mit meiner Hormonwallung und nacktem Hintern zurück.
Ich versuchte, durch das klare Wasser auf dem Meeresboden meine Bikini-Hose auszumachen. Das blöde Ding war doch hier untergegangen oder nicht? Etwas kleines weißes Rundes trieb an mir vorüber. Schlimm, diese Meeresverschmutzung. Mussten die Leute überall ihren Müll ins Wasser kippen? Ich begutachtete interessiert das schwimmende Etwas, das wie eine Kreuzung aus Diaphragma und Kondom aussah. Oder wie ein Nuvaring. Moment mal. War das ein Nuvaring? Ich schwamm dem Ding hinterher, das bei jeder meiner Bewegungen hüpfend ein Stück weiter davontrieb. Anfassen wollte ich es jedenfalls nicht.
Als ich nah genug für eine genaue Analyse herangerudert war, stellte ich fest: Es WAR ein Nuvaring. Oh mein Gott! Das war MEIN Nuvaring. Offenbar hatte Tim ihn vor einigen Sekunden zutage gefördert. Also wirklich. So viel zu meiner Frage, die ich damals beim Verschreiben dieses Verhütungsmittels meinem Frauenarzt gestellt hatte: „Kann der Ring beim Sex nicht irgendwie rausflutschen?“ Und so viel zur Antwort des Arztes: „Da wären Sie die Erste, der das passiert!“ Tja, irgendwann war wohl für alles das erste Mal. Ich schnappte mir entschlossen den Ring und beförderte ihn dorthin, wo er hingehörte. Du kleines, schlüpfriges, ungezogenes Stück! War ja noch mal gut gegangen. Ich wollte mich gerade wieder der Suche nach meiner Bikini-Hose widmen, als mir vor Schreck fast das Herz stehen blieb. Was war, wenn das gar nicht mein Ring gewesen war, den ich gerade beherzt eingesetzt hatte, sondern der einer wildfremden Frau? Wie widerlich wäre das denn?! Aber dann würde ich jetzt zwei Ringe beherbergen, das ließ sich ja schnell herausfinden. Mal tasten. Fühlte sich nach nur einem Ring an. Mit einem Ruck war das Teil wieder an der Wasseroberfläche. Ich konnte nur hoffen, dass man durch das kristallklare Wasser vom Ufer aus nicht sehen konnte, was ich hier trieb. Diese Performance wäre dann tatsächlich filmreif.
Fast rechnete ich damit, dass die indische Gruppe applaudierte. Noch mal tasten, nur zur Sicherheit. Puh! Kein Ring mehr da, außer dem in meiner Hand.
In diesem Moment fasste ich einen Entschluss. Den Entschluss, dem Ring die Freiheit zu schenken! Ich würde ihn hier und heute auf dem offenen Meer aus- und keinen mehr einsetzen. Mach’s gut, kleiner Ring! Gute Reise!
Er trieb schaukelnd davon, verfolgt von einem Schwarm schwarz-weiß gestreifter Fische. Ob die Hormonwolke, die der Ring hinter sich herzog, Auswirkungen auf die Viecher hatte? Am Ende rottete ich hier gerade eine seltene Fischart aus. Dafür sorgte ich für Nachwuchs auf menschlicher Seite. Tim und ich würden eine Familie gründen. Wir waren jetzt über drei Jahre zusammen, wir hatten so oft darüber gesprochen, dass wir beide Kinder wollten, und der Himmel hatte mir ein Zeichen gesendet. Ich war mir sicher, dass Tim sich genauso sehr Kinder wünschte wie ich. Nur den passenden Zeitpunkt hatte es noch nicht gegeben, aber den gab es bekanntlich ja nie. Also musste man irgendwann mit Verhüten aufhören und mit Kinderkriegen anfangen. So einfach war das! Das Meer, auf dessen Horizont mein Ring zutrieb, verschluckte mit einem gierigen Happs den letzten Streifen Sonne und der Himmel leuchtete rosarot. Das Leben war schön!

 

Über die Autorin:
Berits Herz gehört ihrem Mann und ihren Zwillingen, mit denen sie in einem kleinen Örtchen in der Nähe von München lebt. Ihre vierte große Liebe ist ihr Job: Berit arbeitet als Head of Development für die ProSieben Tochter Redseven Entertainment. Wenn sie nicht gerade Shows wie „Mein Mann kann“ erfindet, sitzt sie vor dem Bildschirm und tippt sich die Finger wund, denn Berit ist hochgradig schreibsüchtig. Schon als Kind hing sie an der Tastatur und verblüffte ihre Lehrer mit phantastischen Kurzgeschichten und grausamer Rechtschreibung. Ihren Bestseller „30 Tage nach Tim“ schrieb sie in ihrer Elternzeit. Motto: „Kinderaugen zu - Laptop auf!“
 

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