Donnerstag, 11. Juni 2015

Mama blökt…nee…bloggt #2

Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt…

Ich halte die Fähigkeit, Freundschaften zu schließen, für eine der besten menschlichen Eigenschaften. Da fühlt man sich einem Menschen verbunden, ohne dass es der Fortpflanzung dient (in aller Regel jedenfalls) oder einen ökonomischen Gewinn bringt (zumindest nicht, wenn es sich um echte Freundschaft handelt). 
Freunde sind häufig auch die seltsamsten Paarungen. Oft sind es Menschen, die auf den ersten Blick gar nicht zueinander zu passen scheinen - vor allem, wenn die Freundschaft schon sehr lange besteht und die Freunde sich in sehr unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. 


Wenn ich mir meinen engsten Freundeskreis ansehe, sind das alles sehr unterschiedliche Menschen, die zum Teil auch noch nicht einmal miteinander besonders gut harmonieren würden. Sie bereichern mich und mein Leben gerade durch ihre Verschiedenheit. Wenn ich jetzt vollkommen rational erklären sollte, warum ich gerade mit dieser oder jener Person Freundschaft geschlossen habe, würde ich vermutlich auch kläglich scheitern. Was Freunde verbindet, ist für mich meistens nicht rational greifbar. Umso mehr, je enger die Freundschaft ist. Echte Freundschaften sind auch sehr beständig. Meine Freundschaften haben jedenfalls so manche Beziehung überlebt. Freunde sind so etwas wie eine Familie, die man sich aussuchen kann. Sie geben Halt und Geborgenheit und können einen mindestens ebensogut auf die Palme bringen wie die bucklige Verwandtschaft und man hat sie trotzdem lieb. 

Es ist eigenartig, wie Freundschaften entstehen. Oft sind sie Zufallsprodukte, ergeben sich so ganz nebenbei und man kann im Nachhinein gar nicht mehr so recht bestimmen, ab welchem Zeitpunkt man eigentlich eine "Freundschaft" geschlossen hat. 

Umso interessanter finde ich es jetzt, zu beobachten, wie mein "Großer" (4 Jahre) seine ersten Freundschaften schließt. Da gibt es den Sohn der Nachbarn, der 8 Monate älter ist und der quasi schon immer da war. Manchmal sehen die beiden sich eine Zeit lang nicht so oft, aber sobald sie wieder aufeinander treffen ist es, als wäre keine Zeit vergangen. Der zweite richtig gute Freund ist ein Junge aus dem Kindergarten. Anfangs haben die beiden sich ständig gestritten und gehauen. Sie konnten weder miteinander, noch ohne. Nachdem sie sich dann einmal zusammengerauft hatten, halten sie jetzt zusammen wie Pech und Schwefel. Ich hoffe, dass diese Freundschaften den Wechsel in die Grundschule überleben. 

Es gibt ja Leute, die behaupten, im Kindergarten seien Kinder noch gar nicht in der Lage, richtige Freundschaften zu schließen. Ich finde, mein Sohn und sein Kumpel strafen diese Leute jeden Tag lügen. Mir macht es großen Spaß, zu sehen, wie sich das entwickelt. Mit anderen Kindern fluktuiert es, aber diese eine Freundschaft zieht sich kontinuierlich durch. 

Freunde sind etwas unglaublich Tolles und Wertvolles. Wenn ihr auch tolle Freunde habt, dann ruft sie doch mal wieder an oder verabredet euch auf einen Kaffee. Ein Hoch auf die Freundschaft!

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