Montag, 22. Juni 2015

Mama blökt…nee…bloggt #3

Heute: Das nicht mehr ganz so stille Örtchen

Ich glaube, eins der ersten Dinge, die sich Eltern abtrainieren müssen, ist das Schamgefühl. 


Ich fand das Stillen in der Öffentlichkeit schon extrem gewöhnungsbedürftig, aber oft gab es einfach keine andere Möglichkeit. Auch wenn man sich ein ruhiges Eckchen sucht, anfangs ist es schon etwas merkwürdig, einfach so auf einer Parkbank die Brüste auszupacken. Gerne zerren die Sprösslinge auch im öffentlichen Raum so an der Kleidung, dass man fast im Freien steht - meine greifen dann gern mal ins Dekolleté oder ziehen den Ausschnitt am Pulli runter - egal, ob wir zuhause sind, oder sie gerade vor mir im Einkaufswagen an der Kasse sitzen. 
Die Kinder erkunden nicht nur den eigenen Körper - sie erkunden auch deinen ganz genau und stellen Fragen. "Was ist das?" - "Warum hast du da…?" 
Kein Pickel, keine Falte, kein Muttermal oder Speckröllchen bleibt unbemerkt oder unkommentiert. 
Ein wenig kann ich mich mittlerweile in aussterbende Tierarten hineinversetzen. Denn die natürlichen Rückzugsräume schwinden rasant. Man ist quasi nirgendwo mehr allein - auch da nicht, wo man es gerne wäre. 
Badezimmertüren haben bei uns keine Schlüssel mehr - aus Angst, die Kleinen könnten sich einschließen und dann die Tür nicht mehr aufbekommen. Gerade unten im Gäste-WC (ohne Fenster) wäre das problematisch. Der Schlüssel liegt oben auf dem Türstock, man könnte also theoretisch abschließen, aber macht es im Alltag dann meistens doch nicht. So kann es vorkommen, dass plötzlich ein Kind vor einem steht, das dringend wissen möchte, ob man gerade "Aa macht" und interessiert zuguckt. Leider haben wir nur ein Badezimmer im mittleren Geschoss und ein Gäste-WC unten. Da die Kleine (2 1/4) aber noch nicht unfallfrei die steile Treppe hinunterkommt, ist morgens immer das Treppengitter zu. Und wenn man mal in Ruhe auf die Toilette gehen möchte, kann man darauf wetten, dass kurz später ein nervös auf der Stelle tippelndes Kind vor einem steht und brüllt: "Mama, ich muss so dringend Pipiiii!". Da bleibt einem nichts anderes übrig, als die eigene Toiletten"sitzung" zu unterbrechen und das Feld zu räumen. Das wird mit zunehmendem Alter der Kinder sicher auch besser. Allerdings stürmen sie dann ins Bad, wenn man gerade in Ruhe duschen oder baden möchte. Klar, man könnte abschließen. Aber ob es wirklich weniger nervig ist, wenn man gerade schön in das duftende Schaumbad getaucht ist, und jemand an die Tür poltert: "Wie lange brauchst du noch, Mama? Ich muss ganz nötig!"
Aber eines sag ich euch: Im nächsten Leben (oder im Falle eines Lottogewinns) gibt es ein eigenes Elternbad - gesichert mit drei Schlössern und vier Riegeln wie ein Apartment in New York City - jawohl!

Kommentare:

  1. Hallo liebe Satu,

    ich kann Dir versichern (aus eigener Erfahrung) das wird im Laufe und mit den Jahren auch wieder anderster!!

    Bis dahin heißt es Durchhalten und stark sein!!

    Schönen Montag..noch LG..Karin..

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