Sonntag, 13. September 2015

Ratgeber: Goodbye Zucker von Sarah Wilson


Ich habe vor zehn Jahren einmal zwei Monate komplett auf Zucker und Mehl verzichtet. Der Effekt war, dass mir fast alles viel zu süß war. So habe ich eine ganze Weile lang kaum mehr Süßes gegessen, und das hat mir eigentlich sehr gutgetan. Leider nutzt sich der Effekt schnell ab, wenn man wieder in alte Muster fällt. 

Ich nehme mir immer mal wieder vor, den Zucker aus der Ernährung zu streichen. Daher fand ich dieses 8-Wochen-Programm schon mal sehr interessant. Die Aufmachung des Buches ist sehr hübsch und wertig. Es gibt anregende Fotos und ansprechende Grafiken. Das Konzept, schrittweise zum Verbannen des Zuckers zu kommen, finde ich auch sinnvoll. Allerdings startet Sarah Wilson von einem Punkt, der mir eigentlich aktuell schon als Ziel reichen würde. Sie isst ohnehin kaum bis gar keinen Industriezucker und Weißmehl. In diesem Buch geht sie dann noch einen Schritt weiter und verbannt auch die Fruktose weitgehend vom Speiseplan. 


Stattdessen süßt sie zum Beispiel mit Reissirup und Stevia. Das finde ich wenig überzeugend, da ich Stevia zum Beispiel überhaupt nicht mag. Es hat für mich einen unangenehmen Nachgeschmack, den ich über den ganzen Tag nicht loswerde. Ich finde es auch nicht unbedingt zielführend, Obst vom Speiseplan zu verbannen, weil neben dem Zucker ja auch andere wertvolle Inhaltsstoffe darin sind. Vitamine, Spurenelemente, Mineralien und Ballaststoffe. Für mich ist die Ernährungsphilosophie von Sarah Wilson also etwas zu radikal. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich das durchhalten könnte, zumal man ja auch nicht in einer isolierten Blase lebt. Meine Kinder werden immer bei Freunden, Verwandten, Nachbarn usw. Zuckerzeug bekommen. Es zu verbieten, führt meistens nur zu Übersprungsreaktionen, sprich: sie schaufeln es in sich hinein, wenn Mama nicht guckt. Besser finde ich, Wege zu finden, gemeinsam durch Absprachen und Regeln Zucker zu reduzieren und zu dosieren wie zum Beispiel, indem man Süßes nur an bestimmten Tagen erlaubt (wie in Schweden die Lördagsgodis) oder ein "Wochenkontingent" zuteilt. 

Aber das sind eher philosophische Fragen. Hat man sich entschieden, wirklich so radikal mit Zucker Schluss zu machen wie Sarah Wilson, findet man hier ein hilfreiches Schritt-für-Schritt-Programm und einige nette Rezepte. Sie konzentriert sich auf die Dinge, die den Leuten beim "Goodbye Zucker" am schwersten fallen: zum Beispiel Frühstück oder Desserts. Aber auch Herzhaftes findet sich. Allerdings fand ich die Rezepte nicht wirklich revolutionär neu. Wer sich schon mal ein bisschen mit Paleo-Ernährung auseinandergesetzt hat, trifft hier auch auf alte Bekannte. Ich finde, dass Preis-Leistung hier durchaus stimmen und das Buch gute Anregungen gibt. Für mich persönlich wird es wohl eher nicht zur neuen Ernährungsbibel, auch wenn ich sicher einiges ausprobieren werde und den Ansatz für mich abwandeln.


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