Freitag, 11. März 2016

Heute auf der Soapbox: Martina Jansen mit "Meine Kalorien haben ein Zuhause"



Meine Rubrik "Soapbox" soll Indie-Autoren, Self-Publishern und Ebook-only Autoren eine Plattform bieten, sich den Lesern zu präsentieren. Die Idee dazu habe ich mir von der Tradition der "Soapbox Speeches" geliehen. Man steigt einfach auf eine Kiste und hält eine Rede über das, was einem am Herzen liegt. Hier klettern die Autoren selbst auf die Kiste und stellen ihr Buch in ihren eigenen Worten vor. Ich mische mich nicht ein. In etwa 500 Wörtern dürfen sie euch Lesern hier ihr Werk vorstellen und schmackhaft machen. Wer sein Buch hier vorstellen möchte, kann mich gerne kontaktieren.

Heute erklimmt die Soapbox die Autorin Martina Jansen und stellt uns ihr Buch "Meine Kalorien haben ein Zuhause" vor. 



Martina Jansen: Meine Kalorien haben ein Zuhause

Zum Inhalt: 

Rubensfrau Christiane möchte auch schlank sein, obwohl schlank wird sie wohl nie werden. Aber ein paar Kilo weniger würden ihr schon reichen. 

Und so wird sie mehr oder weniger zur „Expertin“ für die angesagten Diäten und zieht sie gnadenlos durch.
Aber wie das Leben nun mal so spielt, kommt es anders, als man denkt.

Textauszug:

Ich sehe aus wie das Michelinmännchen nach einem Zumbakurs. Gnadenlos zeigt der Spiegel, Rettungsring um Rettungsring.

Mein Gesicht hat mittlerweile die Farbe eines gekochten Hummers und mir tropft der Schweiß von der Stirn direkt auf das neue Outfit.

„Oha, das gibt weiße Streifen“, meldet sich sofort die Hausfrau in mir. „Die bekomme ich nie mehr raus“.

Ein Wahnsinnsanblick in Kombination mit einem grauen Basic.

„Du siehst bezaubernd aus“, säuselte mir das kleine Teufelchen auf meiner Schulter ins Ohr.

„Du lügst, du willst nur schnell weg hier.“

Es nickt.

Es nickt sogar sehr heftig, so heftig, dass meine Rettungsringe in Rotation geraten und ich aufpassen muss, nicht mit in die Umlaufbahn gerissen zu werden.

So kann ich absolut, auf gar keinen Fall unter die Leute gehen.

Zu spät ….

„Und? Wie passt es uns?“, flötete sie fragend, aber innerlich hörte ich sie laut losprusten.

Schon wieder „uns“, sie meint es wohl wirklich ernst damit.

Okay, du willst Krieg, kannst du haben.

„Uns?“, flötete ich genau so zuckersüß zurück.

„Ob es uns passt? Ich wusste ja gar nicht, dass Sie auch mit rein wollen.“

Ich lächelte sie breit an, in der Gewissheit, sie würde platzen, wenn sie nur dürfte.

Aber ich war noch nicht fertig.

„Ich fände es allerdings besser, wenn wir uns bei einem Kaffee etwas näher kennen lernen, bevor wir so nah auf Tuchfühlung gehen.“

Punktlandung!

Ihre Mundwinkel zuckten, aber mehr Regung zeigte sie nicht.

„Ich würde Ihnen auf alle Fälle die neue Bauch-Weg-Po-Weg-Minimizer-Unterwäsche empfehlen.“ spricht sie mich erneut freundlich an, aber ihre Mundwinkel zucken weiter und verraten somit Ihre Gedanken.

„Soll ich sie Ihnen eben holen?“

Blöde Frage.

Natürlich soll sie!

Ist übrigens mal wieder typisch, in Size S heißen die Teile Dessous, in Größe 40 Lingerie und für mich heißt es Unterwäsche.

Welch Diskriminierung.

Sie kommt zurück und hält mir angewidert mit spitzen Fingern einen naturfarbenen Body hin.

„Wären Sie bitte so freundlich und bringen ihn mir in meiner Größe“ bitte ich sie genervt, denn der Body ist sicherlich zwei Größen kleiner, als ich ihn brauche.

„Das macht die doch mit Absicht“ schimpft das kleine Kerlchen auf meiner Schulter und ich stimme ihm zu.

„Das IST Ihre Größe. Wenn Shapewear nicht eng sitzt, dann bringt es ja keinen Erfolg. Und sie brauchen ja den Sofort-Schlanker-Effekt“.

Die Betonung liegt auf „brauchen“.

Das sitzt.

Somit steht es 1:1.

Aber sie hört nicht auf und genießt jetzt wahrscheinlich ihren Triumph.

„Zusätzlich fördert Shapewear die Durchblutung und die Haut wird wieder straffer“ schleudert sie mir grinsend, mich von oben bis unten musternd, entgegen.

Ich schleudere auch und zwar Blitze aus meinen Augen.

Direkt in ihre Richtung.

Jetzt hat der Krieg also begonnen.

Ich halte es wie Ina Müller in einem ihrer Lieder und denke mir „Lieber Orangenhaut, als gar kein Profil“, behalte es aber für mich, sie hätte den Sinn eh nicht verstanden.

Besucht Martina gerne auch auf ihrer Facebookseite.



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