Sonntag, 13. März 2016

Sonntagsbrunch mit der Autorin Ann MacRose



Zu Gast beim Sonntagsbrunch-Autoreninterview ist heute die Autorin Ann MacRose. Ihr Romantic Thrill "True Love Blue" erscheint im April 2016 beim Sieben Verlag. Zu ihrem Roman, der im wunderschönen Schottland spielt, gibt es sogar passende musikalische Untermalung der italienisch-irisch-schottischen Band Her Pillow. Ich verzichte trotzdem auf Haggis und Black Pudding zum Brunch und freue mich auf Ann und ihr Buch.

Liebe Ann, für alle Autoren gibt es zunächst die obligatorischen Brunch-Fragen:

Kaffee oder Tee?
Tee

Milch, Zucker, schwarz?
Milch und Zucker

Herzhaft oder süß?
Süß

Warm oder kalt?
Warm


1. Du hast dich von Schottland verzaubern und inspirieren lassen. Hast du selbst einen besonderen Bezug zu dem Land?
Ich fühle zu Schottland eine Art Seelenverwandtschaft, die sich mit „Liebe auf den ersten Blick“ nur unzureichend beschreiben lässt. Eher mit dem Gefühl – hier bin ich schon mal gewesen, in einem früheren Leben. Mich fasziniert die Geschichte des Landes, die nicht nur romantisch war und die Leute, die davon erzählen. Ich liebe die Landschaft, die Highlands mit ihren Schafen und Seen, die Inseln und die unzähligen Castles, das abwechslungsreiche Wetter, Haggis, Black Pudding und Malt Whisky. Und ich möchte das Land noch intensiver kennen lernen, wozu für mich auch die Sprache gehört. Deshalb habe ich angefangen, Schottisch-Gälisch zu lernen.

2. Wie ist der Kontakt zu der Band "Her Pillow" zustande gekommen?

Her Pillow habe ich 1998 bei einem Konzert in Rom, wo ich ein paar Monate gelebt habe, das erste Mal gehört. Meine Freundin Mirò hatte mich damals mitgenommen, und wir haben die halbe Nacht durchgetanzt und mitgesungen. Als ich dann anfing, die Geschichte von Graham und Colleen zu schreiben, hörte ich dabei die Musik von Her Pillow. Da kam mir dann der Gedanke, wenn Graham und seine Freunde schon Musiker sind, warum dann nicht vor dem Hintergrund einer echten Band? Ich schickte eine Nachricht an Mirò, deren Mann Nicola Mancuso bei Her Pillow die Bassgitarre spielt und auch einige Stücke für die Band geschrieben hat, und die waren gleich Feuer und Flamme. Sie schlugen mir ein Lied vor, das genial zu Graham und Colleen passt: True love blue.


3. Auf deiner Homepage veröffentlichst du ein paar nette "Outtakes" - also, lustige Vertipper aus deinem Autorenstübchen. Gehörst du zu den Menschen, die gern überarbeiten oder drückst du dich eher davor?

Ich schreibe im „Krebsgang“ – drei Schritte vor, zwei zurück: Ein paar neue Seiten, dann werden die alten überarbeitet, dabei fällt mir dann wieder was zum Weiterschreiben ein. Wenn dann das Rohskript fertig ist, lese ich es mir in einem Stück durch, dann geht es an Probeleser, wird nochmal überarbeitet. Und dann ab ins Lektorat. Es macht mir Spaß, an dem Text zu feilen, bis er so sitzt, wie ich es mir vorstelle.


4. Die Inspiration zum Roman kam dir in Schottland. Hattest du direkt eine komplette Geschichte im Kopf und hast einfach darauf losgeschrieben oder ging dem noch eine längere Planungsphase voraus?
Die Grundidee hatte ich vor 25 Jahren in einem Pub in Edinburgh nach mehreren Tagen Wandern in den Highlands. Ich hatte sie mir kurz notiert, jedoch dann aus Zeitgründen nicht weiter verfolgt.

Als mich Antje Rettig vom Sieben Verlag vor zwei Jahren fragte, ob ich mir vorstellen könnte, einen Romantik –Thrill, der in Schottland spielt, zu schreiben, hatte ich dann gleich die Idee wieder im Kopf. Ich habe ihr das Exposé grob skizziert und mich dann ans Schreiben gemacht. Allerdings merkte ich, dass mir noch ein roter Faden fehlte, was den Schreibprozess verzögerte. Der Startschuss kam dann mit dem Lied von Her Pillow.


5. Dein männlicher Protagonist Graham ist Musiker und es gibt Musik zum Buch. Bist du selbst musikalisch?

Leider nicht so, wie ich es gerne wäre. Ich habe als Kind zwar Sopran-, Alt- und Tenorflöte und als Jugendliche Querflöte gespielt, aber irgendwann war dann der Punkt erreicht, wo ich mich nicht mehr weiter entwickeln konnte. Ich hörte, welch wunderbare Melodien andere zustande brachten, hatte sie auch im Kopf, konnte sie jedoch nicht aus dem Instrument locken. So habe ich mich dann nachfolgend aufs Zuhören beschränkt.


6. Bei welchem Buch würdest du dir wünschen, dass du es geschrieben hättest?
Das kann ich so nicht sagen, denn ich finde, jedes Buch wird durch die Erzählstimme des Autors geprägt. Das sieht man zum Beispiel, wenn man sich die unterschiedlichen Fassungen von Shakespeares Romeo und Julia ansieht. Und auch meine Erzählstimme ist anders, als die von X, Y und Z.

Lässt man aber die Stimme außen vor, fällt mir The longest ride (Kein Ort ohne dich), eine Liebesgeschichte von Nicholas Sparks ein. Die Charaktere waren für mich sehr lebendig, die Handlung stimmig, und Sparks stellte ihnen einige Hindernisse in den Weg – Stichwort: Quäle deine Lieblinge. Die Art und Weise, wie er die Erzählstränge der beiden Generationen miteinander verwoben hat, fand ich absolut fesselnd.

7. Was ist für dich das Schönste am Schreiben?

Meine Figuren wachsen und sich entwickeln zu sehen, ist für mich immer eine faszinierende Sache. Diesmal kam dann noch dazu, Lied und Geschichte miteinander zu verweben.

8. Was ist für dich die größte Schwierigkeit beim Schreiben?

Das kontinuierliche Schreiben. Ich gehöre nicht zu den Autoren, die jeden Tag konsequent durchschreiben, sondern bei mir passiert das schubweise. Einen wichtigen Teil habe ich zum Beispiel im Zug auf dem Weg zum Treffen mit Her Pillow geschrieben sowie in einem alten Friedhof.

Schreiben, wann es mich packt, geht nun zwar beim ersten Band, nicht jedoch bei Fortsetzungen. Schließlich wollen die Leserinnen ja nicht ewig warten. Deshalb habe ich mir jetzt für den zweiten Teil der Schotten auch eine Deadline gesetzt – pro Woche 20 Seiten. Dann wäre ich bis Ende Mai mit dem Rohskript fertig.

9. Passiert es dir, dass sich Charaktere auch schon einmal verselbstständigen und Dinge tun, die du so gar nicht geplant hattest?

Ständig. Ich habe mir angewöhnt, die Charaktere an der langen Leine laufen zu lassen. So lange sie sich im Bereich des Handlungsrahmens halten. Denn oft sind ihre Ideen wirklich gut und passen auch zu ihren Persönlichkeiten. Manchmal auch nicht, da muss ich dann natürlich gegensteuern.

10. Trifft dich Kritik? Wie gehst du damit um?

Es gibt Kritik und Kritik. Der Satz, „das ist doof“, ohne Begründung, versickert bei mir sofort wieder. Ich freue mich dagegen über fundierte Kritik, auch wenn ich natürlich manchmal erst schlucken muss. Aber spätestens am nächsten Tag versuche ich dann nochmal objektiv an die Sache heranzugehen und überlege mir, was ich davon übernehme, und was nicht.

Liebe Ann, vielen Dank für den netten Brunch. Mit deinen Büchern wünsche ich dir weiterhin viel Erfolg und natürlich Freude und Inspiration beim Schreiben.
Herzlichen Dank für die spannenden Fragen und die guten Wünsche.

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