Sonntag, 17. April 2016

Sonntagsbrunch heute mit der Autorin Anni Bürkl


Mein Gast heute ist die Krimi-Autorin Anni Bürkl aus Wien. 2003 wurde sie mit dem Theodor-Körner-Förderungspreis ausgezeichnet. 2010 erhielt sie das Krimi-Stipendium „Trio Mortale“ der Stadt Wiesbaden. Bereits fünf Krimis rund um die "Teelady" Berenike Roither sind von ihr im Gmeiner-Verlag erschienen. Aber auch historische Krimis hat sie schon verfasst. Im Oktober 2015 erschien die Komödie "Chili con Amore" - ihr erster Roman, in dem es keine Toten gibt, wie sie so schön schreibt. 

Bild: Jürgen Bauer (juergen-bauer.com)



Liebe Anni, für alle Autoren gibt es zunächst die obligatorischen Brunch-Fragen:

Kaffee oder Tee? Tee, am liebsten schwarzen

Milch, Zucker, schwarz? Mit Honig und manchmal etwas Milch

Herzhaft oder süß? Herzhaft, aber fleischlos

Warm oder kalt? Lass mich überraschen :-))

1. Die Brunch-Fragen hätte es bei dir schon fast nicht gebraucht, denn man konnte schon ahnen, wie deine Antwort auf die erste Frage lauten würde. Das Thema Tee zieht sich als roter Faden durch deine Bücher. Wie ist deine Tee-Liebe entstanden?

Die hatte ich schon früh, als uns unsere Oma das Teemachen beigebracht hat, schon damals mit offenem, losen Tee. Später habe ich dann die Liebe zum Tee als Entspannung entdeckt, im Vergleich zu Kaffee, von dem ich zumindest schnell hektisch werde. Das ist bei der Arbeit kontraproduktiv. Ich trinke übrigens auch Kaffee, aber seltener.

Heute mag ich es sehr, eine schöne Tasse mit gutem Tee zu trinken und alles hübsch herzurichten, wenn ich die Zeit habe. Beim Arbeiten reicht mir aber auch ein normales 'Häferl' neben dem Bildschirm. Und: Mancher Tee wie etwa China Rose oder Earl Grey duften viel angenehmer als Kaffee.

2. Wie schwer oder leicht ist es dir gefallen, einmal das Krimi-Genre zu verlassen und ein Buch ohne Tote zu verfassen?

Ich gebe zu, ich hatte von Anfang an viel Spaß daran – aber: in der ersten Fassung von „Chili con Amore“ gab es zwei Tote. Die sind dann in der Überarbeitung doch wieder wundersam zum Leben erweckt worden. ;-)

3. Wird es noch mehr Berenike Roither-Abenteuer geben oder hat sich deine Teelady zur Ruhe gesetzt?

Nö, bisher hat sie keine Ruhe – im Juli 2016 erscheint ihr nächster Mordfall: „Puppentanz“.

4. Wird es bei einem Ausflug ins Komödienfach bleiben oder bist du bei "Chili con Amore" auf den Geschmack gekommen?

Ich bin sogar SEHR auf den Geschmack gekommen und habe da schon wieder ein neues Projekt … mit etwas Glück wird auch dieses demnächst fertig. Beim Schreiben haben mich die Figuren darin jedenfalls selbst zum Lachen gebracht!

5. Du bist Wienerin und deine Krimis spielen im Salzkammergut. Inwiefern würdest du dich und deine Werke als "typisch österreichisch" bezeichnen?

Das ist eine schwierige Frage. Ich sehe mich von Themen usw. her gar nicht so speziell österreichisch – da geht es um verletzte Menschen, die in den Krimis zum Äußersten gehen, um Gefühle wie Liebe, Hass oder Neid.

Meine Leserinnen und Leser mögen aber offenbar meine österreichisch gefärbte Sprache und auch die Skurrilität meiner Figuren.

6. Bei welchem Buch würdest du dir wünschen, dass du es geschrieben hättest?

Puh, das würde ich mir nie anmaßen …

7. Was ist für dich das Schönste am Schreiben?

Die Welt um mich herum vergessen und mir eine Welt selbst machen, in der Dinge möglichst gut ausgehen. In den Krimis: Dass am Ende die Gerechtigkeit siegt.

8. Was ist für dich die größte Schwierigkeit beim Schreiben?

Meine Ungeduld, wenn ich mehr als 1 Romanprojekt im Kopf habe. Beim Überarbeiten kann das sehr hart sein, wenn mehrere Heldinnen oder Helden an mir zupfen und Aufmerksamkeit wollen.

9. Passiert es dir, dass sich Charaktere auch schon einmal verselbstständigen und Dinge tun, die du so gar nicht geplant hattest?

Ja, mal mehr, mal weniger. Ich sage dann immer: Wenn eine Figur eigenständig handelt, ist sie grundsätzlich gut entwickelt, weil sie die ganz normalen Ecken und Kanten hat, die jeder Mensch hat.

Ein Beispiel: ich hatte einmal eine 3. Leiche am Hals, die so nicht geplant war. Warum? Der Mörder meinte: Niemand hört mir zu, da muss ich noch einmal zu schlagen.

10. Trifft dich Kritik? Wie gehst du damit um?

Mal mehr, mal weniger. Ich habe gelernt, sie nicht zu nahe an mich heran zu lassen. Ich nehme die Feedbacks von meinen Vertrauten sehr ernst, von Menschen, bei denen ich weiß, sie kennen sich mit der Materie aus, sie schreiben oder lesen viel. Trolle nehme ich einfach nicht ernst.

Liebe Anni, vielen Dank für deinen Besuch und das nette Gespräch. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Schreiben und jede Menge guter Ideen.

Dankeschön für die guten Wünsche & für das Interview!! Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern (weiterhin) viel Spaß mit meinen Romanen.

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