Sonntag, 27. November 2016

Sonntagsbrunch mit der Autorin Sandra Regnier


Ich freue mich, heute eine Autorin zum Brunch begrüßen zu können, die ich dieses Jahr auch persönlich auf der Frankfurter Buchmesse treffen durfte. Beide sind wir Mitglieder bei DELIA (Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautoren und –autorinnen) und haben beide bei einem digitalen Imprint eines großen Publikumsverlags angefangen. Ich bei Forever by Ullstein, Sandra Regnier bei Carlsen Impress. Und das tut sie mit so großem Erfolg, dass es ihre Bücher auch in den Print geschafft haben. Durchgestartet ist sie mit der Pan-Trilogie, die es mittlerweile auch als Hörbuch gibt. Es folgten die Zeitenlos-Trilogie im regulären Carlsen-Programm und die Lilien-Reihe (bei Impress). Ich freue mich, dass sie sich heute meinen neugierigen Fragen stellen möchte.



Liebe Sandra, für alle Autoren gibt es zunächst die obligatorischen Brunch-Fragen:

Kaffee oder Tee? Beides, aber zuerst immer Kaffee
Milch, Zucker, schwarz? Schwarz. (wieder beides)
Herzhaft oder süß? Kommt drauf an ... Morgens süß, Mittags herzhaft, abends nix dazwischen süß
Warm oder kalt? Warm. Definitiv warm


1. Du bist damals mit der Pan-Trilogie bei Carlsen Impress groß durchgestartet. Mal ehrlich, hast du gedacht, dass du einmal so erfolgreich sein würdest, als du das Manuskript damals eingeschickt hast?

Nein, überhaupt nicht. Vor allem, weil mir sofort gesagt wurde, es würde nie gedruckt werden, sondern wirklich ein reines eBook bleiben. Tja, und dann haben sich meine Leser durchgesetzt. 

2. Hauptsächlich schreibst du ja Geschichten mit romantischen und fantastischen Elementen. Könntest du dir auch vorstellen mal einen richtig fiesen Psychothriller oder einen Science Fiction-Roman zu schreiben?

O ja! Mit einem Thriller liebäugle ich seit geraumer Zeit. Ich meine, ich lebe in der Eifel, die für ihre Krimis bekannt ist. Science Fiction ist eher nicht mein Ding. Seit Captain Future hab ich mir in dieser Richtung nichts mehr angesehen und auch Dystopien liegen mir überhaupt nicht. Ich habe zwar die Tribute von Panem und Selection gelesen, aber nein, eine Zukunftsversion mit solch schrecklichen Elementen erschaffen sind nicht wirklich mein Ding. Die Realität kann schrecklich genug sein. Das reicht.

3. Du lebst mit deiner Familie in der Eifel. Stammst du aus der Region oder bist du später zugezogen? 

Mein Stammbaum reicht hier im Ort zurück wie Kirchenbücher vorhanden sind (17. Jahrhundert. Entweder gab es davor keine oder sie wurden vernichtet). Also ein echtes Urgestein (man hört es auch. Ich rede sehr viel Dialekt bzw. Moselfränkisch)

4. Als Mutter von drei Kindern mit zwei Nebenjobs ist es doch sicher schwer, sich noch Zeit zum Schreiben freizubaggern. Wie schaffst du das?

Das ist wirklich manchmal sehr sehr schwer. Wenn ich in einem Schreibfluss gerade drin bin und dann unterbrochen werde – furchtbar. Dann bin ich auch schrecklich grantig. Und ich hasse es auch aufhören zu müssen, weil ausgerechnet dann die Zeit zum Kochen gekommen ist. Nachdem ich jetzt nochmal alle Folgen von Downton Abbey mir angesehen habe, beneide ich die Familie Crawley nicht gerade wenig. (Ich will auch Hausmädchen, Köchin, Gärtner ... den Butler und die Kammerzofe können wir einsparen. Anziehen kann ich mich allein. Aber vor Lesungen oder den Buchmessen hätte ich gerne jemanden, der mir die Haare macht.)

5. Du hast ja mittlerweile eine große Fangemeinde und hältst viele Lesungen. Was war dein schönstes – oder erinnerungswürdigstes – Erlebnis mit Fans?

Auf ihre Weise waren alle Lesungen super – bis auf eine. An die denke ich nicht gern zurück. Aber ansonsten bin ich immer sehr aufgeregt vorher u.a. weil ich mich auch freue, Leser persönlich zu treffen. Das ist jedes Mal ein Highlight.

6. Bei welchem Buch würdest du dir wünschen, dass du es geschrieben hättest?

Lockwood & Co. und Der weiße Wolf. Beide sind so genial!

7. Was ist für dich das Schönste am Schreiben?

Abtauchen zu können. Wenn man in der Geschichte richtig drin ist, die Charaktere endlich kennt (das dauert am längsten), dann muss man sich eigentlich nur noch Konfliktsituationen ausdenken und alles läuft von selbst. Diesen Teil des Schreibens liebe ich ganz besonders. 

8. Was ist für dich die größte Schwierigkeit beim Schreiben?

Den Anfang zu finden, die Charaktere kennen zu lernen, wissen, wie sie in manchen Situationen reagieren. Nichts anderes ist es mit „realen“ Menschen. Nur kann man bei den unsympathischen einen Bogen machen. Bei meinen Figuren kann ich das nicht. Andererseits bringt das auch die Würze.

9. Passiert es dir, dass sich Charaktere auch schon einmal verselbstständigen und Dinge tun, die du so gar nicht geplant hattest? 

Ja, das passiert schon. Leider passt das manchmal überhaupt nicht zur Geschichte und dann muss ich suchen, ab wo ich sie wieder umlenken muss. Lee war so ein Charakter. Der hat es mir zu Anfang nicht leicht gemacht.

10. Trifft dich Kritik? Wie gehst du damit um? 

Das kommt immer darauf an. Ich kann wirklich verstehen, wenn jemand meine Bücher nicht mag. Immerhin isst auch nicht jeder gern Schnitzel oder Schokolade. Das ist völlig okay. 

Aber wenn jemand meint, er müsse trotzdem jedes Buch von mir rezensieren, wobei dann eines schlechter ist als das Vorige, dann empfinde ich das als persönlichen Angriff. 

In der Regel lese ich schlechte Kritiken nicht mehr. Sie sind deprimierend, auch wenn sie verständlich sind.

Liebe Sandra, vielen Dank, dass du dir die Zeit für unseren Brunch genommen hast. Ich habe mich sehr gefreut, dich in Frankfurt zu treffen und wünsche dir weiterhin so viel Erfolg mit deinem Büchern. Möge dir die Inspiration niemals ausgehen und du immer so viel Spaß am Schreiben haben.

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