Freitag, 13. Januar 2017

Auf der Soapbox: Marie Gräff mit "Das Amulett des Trebeta"

Meine Rubrik "Soapbox" soll Indie-Autoren, Self-Publishern und Ebook-only Autoren eine Plattform bieten, sich den Lesern zu präsentieren. Die Idee dazu habe ich mir von der Tradition der "Soapbox Speeches" geliehen. Man steigt einfach auf eine Kiste und hält eine Rede über das, was einem am Herzen liegt. Hier klettern die Autoren selbst auf die Kiste und stellen ihr Buch in ihren eigenen Worten vor. Ich mische mich nicht ein. In etwa 500 Wörtern dürfen sie euch Lesern hier ihr Werk vorstellen und schmackhaft machen. Wer sein Buch hier vorstellen möchte, kann mich gerne kontaktieren.


Heute erklimmt die Soapbox die Autorin Marie Gräff und stellt uns ihren Roman "Das Amulett des Trebeta" vor. 
 
 
Marie Gräff: "Das Amulett des Trebeta - Oder wie Gott dem Schicksal ein Schnippchen schlug"
 
ÜBER DAS BUCH

An einem kalten Februarmorgen mitten im Hungerwinter 1816/17 erwartet den jungen Willy beim Eichelnsammeln im Wald eine Überraschung: Er begegnet einem Geist.
Das herrische Geistermädchen Helene bringt ihn im Handumdrehen in Schwierigkeiten. Besessen von der Idee, wieder lebendig zu werden, hat sie sich auf eine haarsträubende Wette mit Gott eingelassen und zwingt Willy dazu, ihr zu helfen. Der jedoch verfolgt – von Hunger und Armut getrieben – seine ganz eigenen Pläne.
Gemeinsam machen sie sich auf die gefährliche Reise durch die magische Winterwelt der Eifel. In ihrer Heimatstadt Trier glaubt Helene, ihre Wette gewinnen zu können.
Für den jungen Willy beginnt das Abenteuer seines Lebens. Hin- und hergerissen zwischen aufdringlichen Geistern, finsteren Prophezeiungen und dem Versuch, die Wette zu gewinnen, muss er seine ganz eigenen Kämpfe bestehen. Und sich immer wieder einer Frage stellen: Hat er die Macht, das Schicksal zu verändern, oder ist alles bereits seit Urzeiten vorbestimmt?
Vor der Kulisse der verfallenen Märchenstadt Trier geraten die Ereignisse außer Kontrolle. Willy und Helene stoßen auf eine gewaltige Intrige und das gefährlichste Geheimnis der Stadt.

Historische Phantastik mal ganz anders: Frech, unkonventionell, packend. Und mit einem originellen Erzähler: Gott selbst.
 
HIER geht es zum Buch.

TEXTAUSZUG
 
Leseprobe aus Kapitel 1

Die Dunkelheit umfing ihn mit bleiernem Unbehagen. Es roch nach kalter Erde und verfaulten Wurzeln.
Nachdem er einige Momente mit angehaltenem Atem in die vollkommene Finsternis vor ihm gestarrt hatte, atmete Willy ein wenig auf. Hoffte, dass die beständige Stille ein Zeichen dafür war, dass niemand sonst sich in der Höhle befand.
»Ist da wer?«, sagte er, weniger um eine Antwort zu bekommen, als um die Tiefe des Raumes auszuloten.
»Natürlich ist da wer!«
Die Antwort durchfuhr ihn wie ein Dolch aus Eis in seinem Bauch. Sein Herz begann zu rasen, als sich das Dunkel vor ihm mit der Gefahr eines lebenden Wesens füllte.
Er war nicht allein. Jemand war da, direkt vor ihm.
Ein Mensch.
Keine Krallen und Reißzähne also. Dafür möglicherweise Waffen.
Er musste ein perfektes Ziel abgeben, wie er da direkt vor dem Eingang stand. Hektisch versuchte er, sich seitlich in die Schatten zu bewegen und stieß sich schmerzhaft den Kopf.
Die weibliche Stimme hatte in einem hochnäsigen Tonfall gesprochen, der ihn an den Dorfpfarrer erinnerte. Und sie klang irgendwie – entfernt. So als spräche sie durch eine Wand zu ihm.
In einem lichtlosen Kerker gefangen, zusammen mit einer Person mit Predigerstimme – das war nicht gut.
Eilig tastete Willy mit den Füßen nach den Steinen, die hinauf zum Ausgang führten, während er weiterhin die Dunkelheit vor sich im Auge behielt. Es gab nur zwei Arten von Frauen, die sich in Höhlen versteckten. Die einen waren wunderschöne Höhlenfrauen und zu denen wollte die Stimme wirklich nicht passen. Übrig blieben Hexen und sonstige Kreaturen der Finsternis. Was bedeutete, dass er höchstwahrscheinlich einer Frau gegenüberstand, die nichts Gutes im Schilde führte.
Jetzt verfluchte Willy seine Abenteuerlust. Er biss die Zähne zusammen und wandte sich dem Ausgang zu. Hoffte, dass sie ihn einfach gehen ließ.
»He, du da!«, erklang es hinter ihm, jetzt sehr aufgeregt. »Du kannst mich hören? Du kannst mich wirklich hören?«
 
ÜBER DIE AUTORIN
 
 
Marie Gräff, Jahrgang 1987, liebt phantastische Geschichten mit bissigen Charakteren und Witz. Sie lebt und schreibt zurzeit in Konz bei Trier. Neben ihrer eigenen schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet sie als Coach für feinsinnige, von Selbstzweifeln geplagte Menschen, deren größte Sehnsucht darin besteht, ihre Geschichten zu Papier zu bringen.
 
HIER könnt ihr mehr über Marie erfahren. 

 

 

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