Sonntag, 5. Februar 2017

Sonntagsbrunch mit der Autorin Lia Haycraft


Am heutigen Sonntag darf ich wieder einen Gast begrüßen, den ich durch meine Mitgliedschaft bei DeLiA, der Vereinigung deutscher Liebesromanautorinnen und -autoren, kenne. Die Autorin Lia Haycraft (auch bekannt unter dem Pseudonym Eileen Raven Scott) entwirft in ihren Romanen, Novellen und Erzählungen fantastische Welten und plaudert heute mit uns über ihre Bücher und ihr Leben. Ich freue mich auf einen weiteren interessanten Brunch. 

(c) Günter Scholz


Liebe Lia, für alle Autoren gibt es zunächst die obligatorischen Brunch-Fragen:

Kaffee oder Tee?
Heute gerne Kaffee, bin noch etwas müde.
Milch, Zucker, schwarz? 

Viel Milch, keinen Zucker.
Herzhaft oder süß? 

Zum Frühstück am liebsten beides. Erst herzhaft, dann süß.
Warm oder kalt? 

 Meistens lieber kalt, aber gegen ein warmes Frühstücksei oder traditionelles englisches Frühstück habe ich auch so gut wie nie etwas einzuwenden. ;-)

1. Du bist bereits in jungen Jahren viel herumgekommen. Geboren in Norddeutschland, aufgewachsen in Portugal, England und dann wieder in Deutschland. Inwiefern hat dich das geprägt? 


Gute Frage, manchmal glaube ich, dass mich das ein bisschen offener Neuem gegenüber macht. Ich musste ja öfter die Schule wechseln, neue Freunde finden. Ansonsten habe ich haufenweise schöne Erinnerungen an die verschiedenen Orte.

2. Schon mit 12 Jahren hast du deinen ersten Roman angefangen, doch erst mit 30 - nach einigen unvollendeten Romanen und mehreren Kurzgeschichten - hat dich das Schreiben richtig gepackt und du hast einen Roman beendet. Gab es da so etwas wie einen Aha-Moment oder einen Augenblick des "Durchbruchs" für dich? 


Der Aha-Moment war vermutlich ganz klein und unscheinbar. Mir fiel ein Titel ein, bei dem es dann noch nicht mal geblieben ist. Danach der erste Satz und schon fing ich an zu schreiben. Im Internet und in Schreibratgebern und auf Workshops habe ich mir Tipps gesucht. Zu der Zeit bin ich auch auf das Autorenforum „Tintenzirkel“ gestoßen, ein Forum für Fantasy-Autoren, wo ich mich sofort „zuhause“ gefühlt habe und nicht nur viel gelernt habe, sondern auch Freunde gefunden habe. Der Durchbruch war tatsächlich, dass ich endlich einen Roman beendet hatte. Und danach klappte es jedes Mal, es sei denn, dass ich aus Zeitmangel manche Sachen etwas länger liegen lassen muss.

3. Was ist für dich das Faszinierende am Fantasy-Genre und könntest du dir auch vorstellen, einmal das Genre zu wechseln? 


Liebesromane müssen es immer sein, mit oder ohne Fantasy. Gerne auch für ältere Kinder und Jugendliche. Einmal habe ich mich an einen Krimi gewagt, aber da muss ich noch viel dran arbeiten, weil meine Testleserin schon nach ein paar Seiten wusste, wer der Mörder ist. Fantasy lese ich selbst gerne, ich glaube man schreibt schon immer am liebsten das, was man selbst gerne liest. Ich liebe es einfach mich auszutoben, fremdartige Landschaften auszuschmücken und meinen Figuren besondere ungewöhnliche Fähigkeiten zu geben.

4. Deine Paranormal Romance-Reihe "Die Nacht der Elemente" (Mondtochter, Mondschwinge, Sonnenschwinge) umfasst derzeit drei Bände. Wird es eine Trilogie bleiben oder können sich deine Leser/innen auf mehr aus dieser Reihe freuen?

 
Es wird einen vierten und letzten Teil geben. „Sonnentochter“ erscheint voraussichtlich im Juni, das Buch ist derzeit im Lektorat, Cover und Klappentext stehen bald auch schon.

5. Warum hast du dich bei einem Teil deiner Veröffentlichungen für das Pseudonym Eileen Raven Scott entschieden und wie bist du auf den Namen gekommen?

 
Oje, das war so gar nicht geplant, dass ich zwei verschiedene Namen habe, unter denen ich Fantasy schreibe. Eileen ist tatsächlich einer meiner Vornamen und der Rest größtenteils ein Anagramm, ich mochte den Klang einfach. Zuerst erschien unter diesem Namen eine Kurzgeschichte in einer Anthologie, danach dann die Feuerküsse als eigenständiges Buch. Kurze Zeit später allerdings habe ich bei einer Internetrecherche herausgefunden, dass es eine „echte“ Eileen Scott gibt, die ein Buch geschrieben hat mit Titel „Raven“. Das war mir einfach zu ähnlich, also habe ich mir ein neues Pseudonym gesucht.

6. Bei welchem Buch würdest du dir wünschen, dass du es geschrieben hättest? 

 
Es gibt so viele schöne Bücher, ich möchte mich da gar nicht festlegen. Am liebsten hätte ich ein Buch geschrieben, welches viele Leser erreicht, verzaubert und einfach glücklich macht.

7. Was ist für dich das Schönste am Schreiben?


Der Moment, wenn die Geschichte und die Figuren beim Schreiben lebendig werden. Und wenn dann das fertige Buch in meinen Händen liegt. Das ist immer wieder schön.

8. Was ist für dich die größte Schwierigkeit beim Schreiben? 


Es ist ein hart umkämpfter Markt, es hängt so viel von Glück und dem richtigen Moment ab. Der richtigen Geschichte am richtigen Ort sozusagen. Da hilft nur üben, weiterschreiben, weiterlesen und dranbleiben.

9. Passiert es dir, dass sich Charaktere auch schon einmal verselbstständigen und Dinge tun, die du so gar nicht geplant hattest?

 
Ja, auf jeden Fall. Das passiert oft, einfach, weil ich auch nicht immer so wahnsinnig viel plane. Ich bin Bauchschreiber, ich habe am Anfang eine grobe Idee der Geschichte, ein paar Namen, ein paar Figuren, vielleicht einen Ort und natürlich weiß ich ungefähr, wie die Geschichte enden soll. Aber dazwischen passieren lauter Dinge, die ich nicht vorhergesehen hatte. Das bedeutet zwar am Ende mehr Arbeit, weil dann geordnet werden muss und viel überarbeitet, aber das mag ich schon sehr gerne beim Schreiben. Die Überraschungen. Und witzigerweise sind das auch meistens die Stellen, die auch die Leser überraschen.

10. Trifft dich Kritik? Wie gehst du damit um?

 
Ja, natürlich. Wobei es schon ein bisschen besser geworden ist. Gerade auf Schreibworkshops oder in Leserunden bekommt man mitunter viel Kritik. Man muss abwägen, von wem sie kommt, sie ein bisschen liegen lassen und später nochmal ansehen. Oft kann man einiges daraus lernen, manchmal auch nicht. Geschichten sind einfach Geschmackssache, es gibt Dinge, die man beachten sollte, gerade, wenn viele Leute etwas Ähnliches stört. Irgendwann habe ich mir vorgenommen nach dem Lesen einer schlechteren Rezension eine der guten nochmal zu lesen, um mich aufzumuntern.

Liebe Lia, ich bedanke mich herzlich bei dir für dieses interessante Interview. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinen fantastischen Geschichten und Projekten und viel Freude bei der Arbeit.
Vielen lieben Dank für die nette Einladung und das gemütliche Brunch! Es war sehr nett bei dir.

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