Sonntag, 12. Februar 2017

Sonntagsbrunch mit der Autorin Rosita Hoppe


Auch heute möchte ich euch wieder beim gemütlichen Sonntagsbrunch eine Autorin vorstellen. Ihre Romane und Kurzgeschichten drehen sich hauptsächlich um die Liebe in ihren unterschiedlichsten Gestalten. Ich freue mich, Rosita Hoppe begrüßen zu dürfen und mit ihr über ihre Bücher und das Schreiben zu plaudern.





Liebe Rosita, für alle Autoren gibt es zunächst die obligatorischen Brunch-Fragen:
Kaffee oder Tee? 
Gern Kaffee, den brauche ich zum Start in den Tag ;-)
Milch, Zucker, schwarz? 

Mit Milch, bitte.
Herzhaft oder süß? 

Sehr gern beides :-D
Warm oder kalt? 

Kalt bitte, es sei denn, du hast ein Rühr- oder Spiegelei im Angebot, das mag ich nur warm ;-)

1. Du hast erst relativ spät mit dem Schreiben begonnen und sagst, Schulaufsätze waren dir ein Graus. Woran hat das deiner Meinung nach gelegen? 

Vielleicht an den Lehrern??? Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Den Deutschunterricht mochte ich jedenfalls in den seltensten Fällen. Erdkunde war eher mein Ding.

2. Gab es da so einen Augenblick, in dem es Klick gemacht hat, oder war das eher ein langsamer Prozess, bis du dich getraut hast, dein erstes Manuskript zur Veröffentlichung anzubieten?

 
Ich habe über mehrere Wochen Dinge mit mir herumgetragen, die sich nicht mehr aus dem Kopf verscheuchen ließen. Meine Physiotherapeutin riet mir, als ich zufälligerweise davon erzählte, ich solle doch alles aufschreiben, das würde mir den Druck nehmen. Ich litt damals unter ziemlicher Schulterverspannung. Sie erzählte von einem Bekannten, der damals Kurzkrimis für Zeitschriften schrieb. Das fand ich wahnsinnig interessant. Tatsache war, dass ich mich nach einigen Überlegungen tatsächlich hinsetzte und anfing, alles aufzuschreiben, was mir durch den Kopf ging. Ich schmückte es aus, was mir sehr viel Spaß machte, und auf diese Weise entstand die Rohfassung meines ersten Romans. Damals etwa fünfzig Seiten lang. Mir fiel auf einmal so viel ein, was aufs Papier wollte, sodass ich innerhalb weniger Wochen einige Kurzgeschichten schrieb.
Von Beginn an wollte ich, dass meine Geschichten an die Öffentlichkeit gelangen, merkte aber, dass das gar nicht so leicht war. Nach eineinhalb Jahren Fernschreibschule und etlichen Ermutigungen meiner Schreiblehrerin schaffte ich es irgendwann die erste Kurzgeschichte zu veröffentlichen. Das gab mir Mut weiterzuschreiben. Meine erste Romanversion erweiterte ich nach und nach erheblich, sie wurde einige Jahre später in einem Kleinverlag als „Nur ein Traum?“ veröffentlicht. Inzwischen gibt es den Verlag nicht mehr, aber ich hatte das Glück, dass ich den Roman neu überarbeitet unter dem Titel „Herzchaos“ bei MyDigitalGarden wieder veröffentlichen konnte.

3. Im vergangenen Frühjahr erschien besagter Roman "Herzchaos", in dem es um eine Frau geht, die in Versuchung gerät, ihre langjährige Ehe und ihre Familie für einen neuen Mann aufs Spiel zu setzen. Gehört es für dich dazu, dass man in einer langen Beziehung auch schon mal solche Krisen durchlebt? Wie lassen sie sich deiner Ansicht nach am besten meistern?

 
Ja, ich glaube schon, dass solche Situationen auftauchen können, wenn es in einer Ehe nicht mehr stimmt, die Partner nicht darüber reden können, nicht an sich arbeiten. Denn genau das ist es, was meiner Meinung nach wichtig ist in einer Ehe. Miteinander reden, einander wertschätzen und an sich und der Partnerschaft arbeiten.

4. Auf welche Projekte dürfen sich deine Leserinnen und Leser in diesem Jahr freuen?

 
Ich überarbeite gerade meinen zweiten Amrumroman, der im Herbst erscheinen soll. Es handelt sich dabei um die unabhängige Fortsetzung von „Küsse am Meer“. Auf die Veröffentlichung freue ich mich sehr, weil darin Jule, die im ersten Teil eine wichtige Nebenrolle innehatte, ihre Geschichte bekommt. Besonders freut mich, dass es Leserinnen und Amrumliebhaberinnen gibt, die händeringend auf dieses Buch warten.

5. Gibt es in deinen Romanen eine Figur, die dir besonders ans Herz gewachsen ist? Wenn ja, warum? 

 
Irgendwie ist mir jede Figur ans Herz gewachsen, ich denke, das wird dir nicht anders ergehen. Aber ganz besonders liebe ich Viktor aus „Wenn es Liebe wird“, diesen zurückgezogen lebenden Steinbildhauer, der ziemlich störrisch sein kann, aber auch sehr liebenswert. Außerdem ist er mega sexy. Ihm habe ich ein ganz besonders schlimmes Schicksal auf den Leib schreiben müssen, was auch der Grund dafür ist, weshalb er so ist, wie er ist.

6. Bei welchem Buch würdest du dir wünschen, dass du es geschrieben hättest? 

 
O, ich glaube, da gibt es einige.

7. Was ist für dich das Schönste am Schreiben? 

 
Jeder Vertrag, den ich unterschreiben kann. Der Moment, wenn ich das erste Exemplar einer neuen Veröffentlichung in den Händen halten kann. Wenn ich meine Leser begeistern kann, sie mir diese Begeisterung in Rezensionen oder persönlichen Nachrichten mitteilen.

8. Was ist für dich die größte Schwierigkeit beim Schreiben? 

 
Ehrlich gesagt, die größte Schwierigkeit ist, meine Bücher ausreichend zu bewerben. Ich bekomme leicht das Gefühl, dass die Werbepostings, die ich vermutlich zu sparsam setze, nerven könnten. Dadurch mache ich vielleicht zu wenig Werbung, einige KollegInnen sind da deutlich schmerzfreier und manchmal wünschte ich, ich wäre es auch.

9. Passiert es dir, dass sich Charaktere auch schon einmal verselbstständigen und Dinge tun, die du so gar nicht geplant hattest? 

 
Ja, das passiert durchaus. Aber ich bin eher der Bauchschreiber, plane lediglich mit einem ausführlichen Arbeitsexposé und detailliert ausgearbeiteten Figuren. Ich lasse meine Figuren durchaus mal an der langen Leine, die ich allerdings einhole, wenn sich die Geschichte zu sehr verselbstständigt und eine total andere Richtung einnehmen will, als ich vorgesehen habe.

10. Trifft dich Kritik? Wie gehst du damit um?

 
Ja, Kritik trifft mich, ich musste in den ersten Jahren lernen, sie nicht persönlich zu nehmen. Heute ist mir bewusst, dass nicht jedem Leser alles gefallen kann. Geht mir ja nicht anders. Wenn die Kritik sachlich vorgebracht wird, kann ich damit umgehen und daraus lernen. Wenn ich allerdings merke, dass sie unsachgemäß ist, oder unter die Gürtellinie geht, trifft mich das sehr.

Liebe Rosita, vielen Dank für deine Zeit und dieses nette Interview. Ich wünsche dir weiterhin so viel Erfolg und Freude mit deinen Buch-Projekten.
 

Liebe Doro, ich bedanke mich für deine Einladung. Ich habe unsere Plauderstunde und dein hervorragendes Frühstück sehr genossen.

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