Freitag, 10. März 2017

Auf der Soapbox: Carina Lechner und "Als ich verschwinden wollte"


Meine Rubrik "Soapbox" soll Indie-Autoren, Self-Publishern und Ebook-only Autoren eine Plattform bieten, sich den Lesern zu präsentieren. Die Idee dazu habe ich mir von der Tradition der "Soapbox Speeches" geliehen. Man steigt einfach auf eine Kiste und hält eine Rede über das, was einem am Herzen liegt. Hier klettern die Autoren selbst auf die Kiste und stellen ihr Buch in ihren eigenen Worten vor. Ich mische mich nicht ein. In etwa 500 Wörtern dürfen sie euch Lesern hier ihr Werk vorstellen und schmackhaft machen. Wer sein Buch hier vorstellen möchte, kann mich gerne kontaktieren.

Heute erklimmt die Soapbox die Autorin Carina Lechner und stellt uns ihr Buch "Als ich verschwinden wollte" vor.   



Carina Lechner "Als ich verschwinden wollte"


ÜBER DAS BUCH

Was im Kopf eines Mädchens vorgeht, das jahrelang mit unmenschlichem Nahrungsverzicht, Bulimie und Magersucht gelebt hat, will ich in diesem Buch offen bekennen. Du wirst verstehen, wie sich magersüchtige Mädchen fühlen. Und du wirst erfahren, wie mir meine Familie, meine Freunde und vor allem der Glaube geholfen haben, meine Mauer aus Angst Stück für Stück niederzureißen.

In meiner schwärzesten Zeit habe ich manchmal für ein Wunder gebetet, aus kurz aufleuchtendem schlechtem Gewissen vor Gott und meinen Eltern. Auch wenn ich es nur unterschwellig wahrnahm – tief in mir habe ich gewusst, was ich mit mir anrichtete und dass ich mir heimlich wünschte, sterben zu dürfen.
Inzwischen bin ich ein glückliches Mädchen. Ich durfte ein richtiges Wunder erleben. Gott schenkte mir den Willen und den Kampfgeist, ins Leben zurückzukehren und Verantwortung für mich selbst zu übernehmen.
Ich habe vielen Menschen weh getan. Hinten im Buch schildert meine Mutter die Dinge aus ihrer Sichtweise und berichtet, wie sie meine Krankheit damals empfand. Sie ist mir immer zur Seite gestanden. Dafür danke ich dir, Mama.
Ich hoffe sehr, dass ich mit diesem Buch irgendjemandem da draußen Mut machen kann. Es gibt immer einen Ausweg, auch aus der Magersucht.


LESEPROBE

Ich bin im Einkaufzentrum, schlurfe von Geschäft zu Geschäft. Um mich herum hippe Klamotten, duftende Bodycremes, Schminke, Schmuck, Bücher, DVDs und anderes Zeug. Viele Leute sehen mich an, einige tuscheln verstohlen. Fast bin ich ein bisschen stolz. Vielleicht falle ich auf, weil ich so groß und schlank bin?
Ich beobachte eine Gruppe Gleichaltriger, die beschwingt an mir vorbei zieht. Sie freuen sich über ihre vollen Einkaufstüten, haben Spaß und quatschen angeregt. Mein Blick wandert zu den athletischen und braungebrannten Beinen der Mädchen. Dann sehe ich in ein Schaufenster und erschrecke: In der Scheibe spiegeln sich meine eigenen Beine und ich merke, wie schmal sie sind. Sie haben nur etwa die Hälfte, wenn nicht sogar weniger an Fülle als die Beine der sportlichen Mädchen mit den Einkaufstüten. „Das kann nicht sein“, denke ich, „so groß ist der Unterschied gar nicht. Ich bilde mir das nur ein.“
Doch so viel ich mich auch umsehe, keine der jungen Frauen in meinem Alter hat solche Streichholzbeine wie ich. Gibt es denn niemanden mit einer Figur, die meiner gleicht?

Nach einiger Zeit geht tatsächlich so ein Mädchen an mir vorbei. Sie trägt einen Coffee-to-go. Ihr Gesicht ist eingefallen, ihre Haut ist trocken und ihre Haare sind kaputt. Sie ist dürr. Das Mädchen ist hundertprozentig magersüchtig. Oder todkrank. Ich schnappe nach Luft, so erdrückend ist diese Erkenntnis. Das Mädchen fällt auf. Die Leute sehen ihr nach. Ich vergleiche sie mit meinem Spiegelbild, das anzusehen ich lange vermieden habe.
Sie sieht mir ähnlich. Sie ist wie ich.


ÜBER DIE AUTORIN


Carina Lechner ist im Februar 1995 geboren, somit 22 Jahre alt.

2012 hat sie die Mittlere Reife, und Ende 2015 dann ihr Staatsexamen für Physiotherapie absolviert. Neben ihrem beruflichen Werdegang hat sie sich das Schreiben natürlich nie nehmen lassen. Es entstanden unveröffentlichte Romane und Kurzgeschichten. Es war ihr nie wirklich wichtig, etwas davon mit der Öffentlichkeit zu teilen. Doch bei diesem Buch ist es anders. Es schildert ihre tiefsten Gedanken während, und auch nach der Essstörung. Wenn ihr sie also wirklich kennenlernen wollt, dann könnt ihr gerne ihr Buch lesen.Neben dem Schreiben ist sie verliebt in lange Spaziergänge und Tiere. Ihre Katze Pixie (siehe oben auf dem Bild) ist natürlich ihr Lieblingstier. ;)

HIER könnt ihr Carina bei Facebook finden. Oder schaut auf ihrer Homepage vorbei.
Wer mag, kann ihr auch eine E-Mail schreiben
Und HIER findet ihr das Buch am Amazonas. 

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