Sonntag, 19. März 2017

Sonntagsbrunch mit der Autorin Sandra Grauer

Ich habe heute wieder Besuch zum Brunch, der uns eine beachtliche Anzahl veröffentlichter Bücher mitgebracht hat. Sandra Grauer schreibt für Jugendliche und Frauen und unter dem Pseudonym Holly Baker auch Romane für den Cora-Verlag. Ich freue mich darauf, gemütlich beim Brunch mit Sandra über ihr Leben als Autorin und ihre Romane zu plaudern.



Liebe Sandra, für alle Autoren gibt es zunächst die obligatorischen Brunch-Fragen:

Kaffee oder Tee?

Milch, Zucker, schwarz?
Herzhaft oder süß?
Warm oder kalt? 


Am liebsten Cappuccino mit ganz viel Milchschaum, ohne Zucker. Ansonsten erst herzhaft, dann süß, und warum nicht eine Mischung aus warm und kalt?

1. Du bist - wie ich - ein Ruhrpott-Gewächs. Hat dich das in irgendeiner Weise geprägt?

Heimat und Kultur prägen einen immer, auch wenn einem das nicht sofort bewusst ist. So richtig aufgefallen ist mir das erst, als ich für ein paar Jahre im Schwabenland gelebt habe, wo die Menschen so ganz anders sind als im Ruhrgebiet. Aus dieser Erfahrung entstand dann auch mein erster Verlagsroman »Schorle für dich«.

2. Du schreibst nicht nur, du bist auch Diplom-Übersetzerin, PR-Redakteurin und Journalistin. Ich denke, das sind nicht die schlechtesten Qualifikationen, wenn man Schriftstellerin werden möchte. Wusstest du immer schon, dass du mal Bücher schreiben möchtest?

Das war mir tatsächlich ziemlich schnell klar. Mit zwölf Jahren habe ich diese Entscheidung bewusst beim Hören einer Bibi Blocksberg-Kassette getroffen. Geschrieben habe ich allerdings schon früher, wie ich dann mal bei einem Umzug feststellte, als ich uralte Geschichten fand, die vor Rechtschreibfehlern nur so wimmeln. Ich habe mich dann quasi über Umwege ans Schreiben herangerobbt, da es ja in Deutschland leider keinen direkten Weg gibt. Übersetzen, PR und Journalismus haben zwar alle etwas mit Schreiben zu tun, aber ich wollte immer meine eigenen Geschichten erfinden.

3. Wenn ich richtig gezählt habe, hast du zusammen mit den Holly Baker-Romanen bisher acht Liebesromane veröffentlicht und im Juni erscheint mit "Der verflixte 7. Mann" der neunte bei Bastei Lübbe. Wenn man deinen Jugendroman "Mehr als Freundschaft" mitzählt ist es sogar eine runde zehn. Hast du manchmal auch Lust, einen richtig blutigen Thriller zu schreiben oder ist das nichts für dich?

(c) Bastei Lübbe
»Der verflixte 7. Mann« wird lustigerweise auch mein siebter veröffentlichter Roman. Der achte erscheint voraussichtlich im Herbst bei Thienemann, am neunten schreibe ich gerade, und der zehnte ist auch schon verkauft. Das wird übrigens ein Krimi. Ein blutiger Thriller hingegen ist überhaupt nicht meine Welt. Zu den zehn Büchern kommen dann noch fünf Holly Baker-Romane.

4. Du hast mit deiner "Schattenwächter"-Saga auch einen Ausflug ins Urban Fantasy Genre gemacht. Der zweite Teil der Saga (Schattenspiel) hat dir eine Nominierung für den Indie Autor Preis 2015 eingebracht. Was macht für dich gute Fantasy aus?
 

Geschichten mit viel Phantasie, die es so noch nicht gab und die nicht schon hundertmal erzählt wurden. Die Jugendromane von Kerstin Gier mag ich sehr gerne, ebenso Harry Potter und die Twilight-Saga. Das heißt aber nicht, dass ich grundsätzlich jede Zauberer- oder Vampirgeschichte gerne lese.

5. Auf welche neuen Projekte dürfen sich deine Leser in der nächsten Zeit freuen?

Erst einmal auf Juni und damit auf »Der verflixte 7. Mann«. Das wird mein erster Roman, der hoffentlich deutschlandweit in allen Buchhandlungen ausliegt. Im Herbst folgt mein Roman bei Thienemann. Er ist für jüngere Leser gedacht, wobei ich denke, dass auch durchaus Erwachsene ihren Spaß daran haben werden. Es ist quasi Fantasy, aber dann auch wieder nicht. Für 2018 sind bereits zwei weitere Bücher in Arbeit, ein humorvoller Liebesroman und ein Krimi. Und dann gibt es noch viele weitere Projekte, für die mir aber im Moment leider die Zeit fehlt.

6. Bei welchem Buch würdest du dir wünschen, dass du es geschrieben hättest?

Eine sehr gute Frage, es gibt so viele schöne Bücher. Ich glaube, ich tendiere zu Harry Potter. Diese Geschichte fasziniert mich einfach immer wieder aufs Neue. Wobei ich Hermine für Harry vorgesehen hätte. ;-)

7. Was ist für dich das Schönste am Schreiben?
 

Wenn man eine Szene schreibt und gleichzeitig weiß, dass sie richtig gut wird. Wenn die Finger nur so über die Tastatur fliegen.

8. Was ist für dich die größte Schwierigkeit beim Schreiben?
 

Ich komme anfangs teilweise schwer in meine Geschichten hinein. Und dann gibt es so Phasen, wo es einfach nicht läuft, selbst wenn man weiß, was man eigentlich schreiben will. Das ist ziemlich frustrierend, hat sich zum Glück aber bisher auch immer wieder gelegt. Und am Ende ist es die ganze Mühe wert.

9. Passiert es dir, dass sich Charaktere auch schon einmal verselbstständigen und Dinge tun, die du so gar nicht geplant hattest?
 

Gerade erst wieder. ;-) Das finde ich super, zeigt es doch, dass die Charaktere authentisch sind. Und meistens macht es die Geschichte besser, als wenn man an seinem starren Plan festhält.

10. Trifft dich Kritik? Wie gehst du damit um?
 

Teils, teils. Mit konstruktiver Kritik seitens des Lektors zum Beispiel kann ich sehr gut umgehen, denn sie macht die Geschichte am Ende noch besser. Bei Lesermeinungen kommt es immer darauf an, wie sie formuliert sind, aber jeder hat natürlich seine eigene Meinung, und man kann es nicht jedem recht machen. Ich versuche, mir schlechte Rezensionen nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen, und positives Feedback motiviert mich dafür umso mehr.

Liebe Sandra. Vielen Dank, dass du dich meinen neugierigen Fragen gestellt hast. Ich wünsche dir für deine Bücher weiterhin viel Erfolg und dass dir die Musenküsse nie ausgehen.

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