Sonntag, 30. April 2017

Sonntagsbrunch mit der Autorin Mirjam H. Hüberli


Beim heutigen Sonntagsbrunch darf ich eine Autorin aus der Schweiz begrüßen, die hauptsächlich für Kinder- und Jugendliche schreibt. Dabei tobt sie sich in den Genres Fantasy/Urban Fantasy, Thriller und Liebesroman aus. Ich hatte das Glück, sie bereits zweimal auf der Messe in Frankfurt treffen zu dürfen. Mirjam H. Hüberli kann aber nicht nur schreiben, sie zeichnet auch und das wirklich zauberhaft. Am besten, ihr schaut mal auf ihrer Autorenhomepage vorbei und überzeug euch selbst.




Liebe Mirjam, für alle Autoren gibt es zunächst die obligatorischen Brunch-Fragen:

Kaffee oder Tee? 
Kaffee
Milch, Zucker, schwarz?
Milch
Herzhaft oder süß? 
Süüüüüüüß
Warm oder kalt? 
Warm

1. Ich habe gelesen, du hast eine Zwillingsschwester. Als Nicht-Zwilling stellt man sich das (Hanni und Nanni sei Dank) ja immer wahnsinnig spannend vor. Gibt es tatsächlich so typische "Zwilling"-Dinge - wie dass man unabhängig voneinander dasselbe denkt oder einkauft oder denselben Typ Mann sucht - oder ist das alles Mythos?

Tatsächlich ist das kein Mythos, nein, es ist so. Ich liebe es ein Zwillingsmädchen zu sein! (Dass ich die Hanni & Nanni Bücher verschlungen habe, versteht sich vermutlich von selbst *g*) Meine Zwillingsschwester und ich haben das sehr häufig, dass wir genau in derselben Sekunde anrufen, eine Mail oder SMS schreiben, dass wir ohne Grund plötzlich Schmerzen am Knie haben und dann erfahren, dass die andere gestürzt ist, dass man dasselbe erlebt, obwohl man Kilometer voneinander entfernt ist – nur bei den Männern, da haben wir (zum Glück!) einen ganz anderen Geschmack :D

2. Gelernt hast du den Beruf der Bekleidungsgestalterin. Das erklärt wahrscheinlich auch, warum du so gut zeichnen kannst oder umgekehrt. Findet sich das Thema Mode in deinen Büchern wieder?

Zum Studium Bekleidungsgestaltung gehörte auch das Modedesign und ja, das hat mich sicherlich geprägt. Ich liebe es, die Kleider zu beschreiben oder wenigstens zu erwähnen. Allerdings findet man bisher nur in HerzSeilAkt (mein bisher einziges Buch für Erwachsene) das Thema in ausgeprägter Form wieder – überhaupt das ganze Atelier-Chefin-Haute-Couture-Leben findet sich darin wieder.

3. Gerade ist der zweite Band deiner Fantasy-Trilogie "Rebell" beim Drachenmond-Verlag erschienen (übrigens mit einem traumschönen Cover). In der Trilogie spielen Spiegel eine zentrale Rolle. Hast du dich von Alice im Wunderland inspirieren lassen oder woher kam die Idee zu dieser Reihe?

Oh danke, ich liebe das Cover auch abgöttisch!
Nein, das hat so gar nichts mit Alice im Wunderland gemein – und Achtung, ich oute mich jetzt! – ich kenne die Story von Alice bislang nicht wirklich, weil es mich einfach nie interessiert hat. Wusste also nicht einmal, dass darin ein Spiegel eine Rolle spielt. Lach! Vielleicht sollte ich der Geschichte doch endlich eine Chance geben? Aber nein, das liegt eigentlich daran, dass ich auf Vintage-Gegenstände stehe. Also die Faszination von Schnörkel-Rahmen, die Formen, die darin entstehen, manchmal sehen sie wie kleine Gesichter aus oder dann doch wieder wie wundervolle Verzierungen. Und ich brauchte einfach eine tolle Möglichkeit, wie man in die Welt … ach, ich sage das jetzt nicht, vielleicht spoilere ich sonst zu sehr 😉

4. Angefangen hast du mit deinen "Plampi"-Büchern, Geschichten über einen leicht schrägen Hund. Bist du selbst ein Hundemensch und hast du dort eigene Erfahrungen einfließen lassen?

Oh ja, ich liebe Hunde. Und seit ich mich zurück erinnern kann, lagen meine Zwillingsschwester und ich meinen Eltern mit dem Wunsch in den Ohren, sie mögen doch bitte, BITTE endlich einen Hund kaufen. Wir haben das durchgezogen, bis endlich eine hübsche Hundedame in unserer Familie kam und seither war ich nie mehr ohne Hund. Und somit kann ich deine Frage sicherlich mit einem JA beantworten. Allerdings hatte ich nie einen solch ‚eigenständigen‘ Hund, wie Plampi das ist. Aber wie heißt es doch so schön: Sag niemals nie :D

5. In "Du Freak" hast du dich an ein ernstes Thema gewagt, das Thema Mobbing. Erschienen ist das Buch bei dem neugegründeten Verlag Da Bux, zu dessen Gründungstrio unter anderem die Schweizer Autorin Alice Gabathuler gehört. Wie ist die Zusammenarbeit entstanden und wie gelingt es, so ein Thema jugendgerecht und ohne Pathos zu verarbeiten?

Die Zusammenarbeit entstand, als mir Alice über die Idee und den Hintergrund des Verlags berichtete. Starke Geschichten auf wenig Seiten. Sie brauchten noch eine Autorin, die eine Geschichte für die Mädelsfront schrieb und noch während des Gesprächs fragte sie mich, ob ich dabei bin. Natürlich sagte ich zu, ich war so begeistert von dem Konzept. Es war klar, dass die Story ein Thema aufgreifen musste, dass die Jugendlichen beschäftigt, am besten ein emotionales und problematisches Thema. So entschied ich mich für Mobbing und ging mit einer gehörigen Portion Respekt und auch Skepsis an die Geschichte heran. Stellte mir all die Fragen, die du jetzt formuliert hast, machte mir Gedanken, wie das Ende ausfallen kann, ohne den überdeutlichen Zeigefinger aufzuzeigen. Aber als ich schlussendlich mit dem Schreiben begann, ging es wie von selbst und ich bin so glücklich über das Ende – das ich an dieser Stelle leider nicht verraten darf.
Kurz gesagt: Eine schöne und sehr wertvolle Erfahrung.

6. Bei welchem Buch würdest du dir wünschen, dass du es geschrieben hättest? 

Ha, was für eine coole Frage. Lass mich mal nachdenken … wegen des Erfolgs, müsste ich sicherlich Harry Potter nennen. Allerdings liebe ich die Autorin einfach auch für ihre unglaubliche Fantasy, ihre Wortkreationen, ihre bildhaften Beschreibungen. Ich liebe auch die Edelstein-Trilogie oder die Splitterherz-Trilogie. Hm … ich könnte da jetzt noch lange weiter machen, also nehme ich jetzt einfach die Edelstein-Trilogie 😊

7. Was ist für dich das Schönste am Schreiben?

Für mich ist es die Faszination während des Schreibens, eine neue Welt zu entdecken. Ich meine jetzt nicht im Sinn von: Zaubererwelt, Parralleluniversum oder so, sondern einfach die Welt meiner Helden, ihr Leben, ihre Gefühle und Gedanken.

8. Was ist für dich die größte Schwierigkeit beim Schreiben? 

Puh, gilt auch das Exposé? Das ist sicherlich mein Schwachpunkt. Irgendwie kriege ich das nie so spannend, romantisch und mitreißend hin, wie die Story tatsächlich wird.
Aber beim Schreiben selbst sind es ein paar Aspekte, die mich ‚bremsen‘. Zum einen hänge ich meist im Mittelteil der Story. Motivationsverlust, Durchhänger – was auch immer. Zum anderen schiebe ich das Schreiben des Endes ewig lange vor mich her, damit ich die Figuren nicht loslassen muss. Das fällt mir jedes Mal so unglaublich schwer. Und mittlerweile schreibe ich die erste Fassung direkt in mein Notizbuch, weil ich am Rechner viel zu oft abgelenkt werde.

9. Passiert es dir, dass sich Charaktere auch schon einmal verselbstständigen und Dinge tun, die du so gar nicht geplant hattest?

Oh ja, das passiert mir eigentlich regelmäßig.  Entweder weigern sie sich zu sterben (okay, das kann ich doch irgendwie verstehen!), weil sie finden, sie hätten mehr zu erzählen, als geplant. Oder es tauchen ganz neue Figuren auf, die nicht im Plot vorgesehen waren. Merkwürdigerweise sind es jedoch meist diese unvorhergesehenen Wendungen, die wichtig sind für das Ende.

10.  Trifft dich Kritik? Wie gehst du damit um?

Ich würde lügen, wenn ich das verneinen würde. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen konstruktiver und vernichtenden Kritik. Die konstruktive versuche ich ernst zu nehmen, mich damit auseinanderzusetzen und an mir zu arbeiten – die andere tut einfach weh. Aber zum Glück gibt es immer auch positives Feedback und liebe Rückmeldungen, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Und damit sind diese Kritiken meist schnell vergessen <3

Liebe Mirjam, vielen Dank für deinen Sonntags-Besuch. Ich wünsche dir weiterhin so viel Erfolg mit allem, was du anpackst und natürlich, dass dir nie die Ideen ausgehen.   

Dankeschön, liebe Doro. Das waren spanende Fragen, die ich sehr gerne beantwortet habe. Auch ich wünsche dir weiterhin viel Freude und Erfolg beim Schreiben ❤
(Und ich hoffe, dass wir uns im Herbst wiedersehen!) 
Hotel ist jedenfalls gebucht. :-)

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