Dienstag, 9. Juni 2015

Gemeinsam Lesen 09. Juni 2015

Eine gemeinsame Aktion von Weltenwanderer und Schlunzen-Bücher, ins Leben gerufen von Asaviels Bücher-Allerlei.

Heute:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

4. Habt ihr euch schonmal so sehr über einen Protagonisten geärgert oder euch von ihm genervt gefühlt, das ihr ein Buch deswegen abgebrochen habt, oder euch richtig durchkämpfen musstet? (Frage von Maddy)


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese immer noch parallel "A Game of Thrones: A Song of Ice and Fire - Book 1" und "Stadt in Angst". Ich habe aktuell leider sehr wenig Zeit zum Lesen. Doch mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. *grins* Bei "A Game of Thrones" bin ich jetzt bei 36% auf dem Reader, also etwa Seite 288 von 801 und bei "Stadt in Angst" bin ich bei Seite 50 von 396.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

A Game of Thrones: Sansa rode to the Hand's tourney with Septa Mordane and Jeyne Poole, in a litter with curtains of yellow silk so fine she could see right through them. 

Stadt in Angst: Er hätte vielleicht nicht gerade dieses Mädchen ausgewählt, wenn der Schaffner einfach weitergegangen wäre.  
 
3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

A Game of Thrones: Diejenigen, die hier öfter mitlesen, müssten wissen, dass ich äußerst kritisch bin, was jede Form von Hype angeht und dass ich mit High Fantasy so meine lieben Problemchen habe. Bisher muss ich aber sagen, dass der Hype um Game of Thrones durchaus gerechtfertigt ist. Ich finde, dass das Buch sehr gut geschrieben ist. Zwar sind die politischen, geschichtlichen und geografischen Verhältnisse sehr komplex, was mich bei vielen High-Fantasy-Reihen schon immer abschreckt, aber die Charaktere finde ich bisher sehr gut gestaltet. Es gibt kaum Figuren, bei denen man eindeutig sagen könnte, dass sie nur gut oder nur böse wären. Die persönlichen Motive sind meistens gut nachzuvollziehen und man kann selbst die "Bösen" oft in ihren Handlungsweisen verstehen. Oft gibt es keine wirklich moralische Wahl, sondern nur die Wahl zwischen dem größeren und kleineren Übel. Das finde ich bisher sehr spannend und auch die Länder, Kulturen und Geschichte sind interessant gestaltet. Bisher bin ich durchaus begeistert - und das bei meiner Skepsis. 

Stadt in Angst: Mir sind hier einige Anleihen aus Filmen aufgefallen. Zum Beispiel erinnert Finley Jameson sehr an Johnny Depps Abberline-Darstellung bei "From Hell". Als der Charakter zum ersten Mal auftaucht, befindet er sich auch gerade in einer Opiumhöhle. Dann gibt es noch einen Verbrecher, der in Box- und Hundekämpfe macht und vorschlägt, jemanden zu beseitigen, indem er ihn zerlegen und seinen Schweinen zum Fraß vorwerfen lässt. Das erinnerte mich stark an "Snatch", ebenso wie der Typ, der gerne mal mit der Feuerwehraxt zuschlägt mich an "Hatchet" Harry aus "Bube, Dame, König, Gras" erinnert. Ich weiß nicht, ob das Zufälle sind, oder ob hier geklaut wurde. Bisher ist es noch so, dass es nur einige Elemente sind, nicht ganze Plot-Stränge oder Charaktere. Von daher sind es erst einmal nur Anleihen. Ich hoffe, dass die Story sich nicht als wilder Abklatsch entpuppt. Schön finde ich die Darstellungen von New York im ausgehenden 19. Jahrhundert. Da kann man sich sehr gut hineinversetzen. Ich bin gespannt. 
 
4. Habt ihr euch schonmal so sehr über einen Protagonisten geärgert oder euch von ihm genervt gefühlt, das ihr ein Buch deswegen abgebrochen habt, oder euch richtig durchkämpfen musstet? (Frage von Maddy) 

Ja. Ich weiß, damit mache ich mir jetzt sicher einige Feinde, aber als ich den ersten Band von "Twilight" gelesen habe, ging mir Bella derart auf den Keks, dass ich nach etwa 150 Seiten abgebrochen habe. Ständig jammerte sie nur rum, dass sie keiner toll findet, dabei war die halbe Schule inklusive Edward ziemlich offensichtlich hinter ihr her. Und sie war so wehleidig und nervig, dass ich es nicht mehr ausgehalten habe.
Das zweite Buch, das ich wegen der Protagonistin abgebrochen habe, ist passenderweise "Shades of Grey" (es ist ja im Prinzip eine umgeschribene Twilight-Fan-Fiction, insofern nicht verwunderlich). Auch damit werde ich mir wohl keine Freunde machen. Ana war sowas von naiv und hatte das Selbstwertgefühl einer Mülltonne. Und dann dieser Großkotz Christian und wie devot sie ihn angehechelt hat. Ich habe - um das klarzustellen - kein Problem mit D/s (dominance/submission), aber hier fand ich es einfach zum Schnarchen langweilig, wenn ein kleines graues Mäuschen sich dem obertollen Milliardär hingibt. Nee, danke. Musste ich abbrechen. 

Nicht abgebrochen habe ich "Harry Potter and the Order of the Phoenix", obwohl mir sowohl Harry als auch Sirius Black ziemlich auf den Geist gingen. Harry pubertierte wild rum und motzte ständig alle an und fühlte sich benachteiligt und Sirius wollte immer den großen Helden spielen und konnte sein Ego nicht mal zügeln und den Ball flach halten, um die Sache des Ordens nicht zu gefährden. Der war ja dann auch immer nur am Jammern, weil er sich versteckt halten musste und hat Snape angenölt, dass der ja feige ist und so. Pffft. Blödmann! Und Harry sieht überhaupt nicht ein, warum es so wichtig ist, von Snape Occlumency zu erlernen. Stattdessen schnüffelt er in seinen privaten Erinnerungen herum und wundert sich, dass Snape ausflippt. Ich möchte ihn mal sehen, wenn Snape sein geheimes Tagebuch liest. Aber ich habe weitergelesen. Und in Band 6 und 7 wird Harry ja wieder erträglicher. 
Es gibt auch bestimmt noch mehr Beispiele, aber das waren die, an die ich mich jetzt spontan erinnern kann.


http://wortwucher.blogspot.de/2015/06/sommergewinnspiel-der-romance-alliance.html
PS: Ich nutze mal die Gelegenheit auch noch mal auf unser großes Sommer-Gewinnspiel hinzuweisen, das ich mit den Kolleginnen der Romance Alliance noch bis zum 11. Juni laufen habe. Für Details einfach die Grafik klicken.