Dienstag, 15. August 2017

Autorenwahnsinn Tage 8-15

Ich muss heute mal wieder mehrere Tage in einem Post zusammenfassen, da ich mit meinem Großen unterwegs zur Oma war. Hier nun meine Antworten für die Tage 8-15. 

Tag 08: Welche Lieder gehören in deinen persönlichen und/oder schreiberischen Sommer-Soundtrack?

Da muss ich mich als ziemlich langweilig outen, denn ich habe keinen Schreib-Soundtrack. Ich brauche absolute Ruhe beim Schreiben. Als schreibende Mama muss ich oft schon viele andere Hintergrundgeräusche ausblenden und bin froh, wenn ich Ruhe habe. Es gibt aber Songs, mit denen ich mich motiviere. Dazu gehört zum Beispiel mein All-Time-Motivations-Favorit "Try" von Pink. Auch wenn es da um Beziehungen geht. Beim Schreiben muss man sich auch oft vom Boden aufklauben und es noch einmal versuchen. Motivation geben mir auch immer Songs von Herman van Veen. Ich hatte das Glück, ihn auf der letzten Frankfurter Buchmesse live und in persona sehen zu dürfen und er hat dort auf der Bühne etwas gesagt, das mir immer wieder Kraft gibt, weiterzumachen. Es ging im Groben um seinen Werdegang und darum, dass man das machen sollte, was man kann und was sich richtig anfühlt und nicht das, was von einem erwartet wird. 

Ansonsten gibt es noch einen ganz besonderen Song, den ich immer wieder beim Schreiben höre. Es handelt sich um ein Lied zu einem meiner Jugendbücher. Ein Freund von mir hat meinen Text vertont und ich finde seine Musik großartig. Aktuell steht der Termin der Veröffentlichung wieder etwas in den Sternen. Geplant war 2018, dann wurde der VÖ-Termin verschoben... Wir werden sehen. Der Song motiviert mich aber trotzdem.





Tag 09: Stell uns doch mal deine Lieblingsbuchhandlung vor!

Ich bin natürlich wie jeder auch gerne bei den großen Ketten, weil die auch noch so viel anderen Klimbim verkaufen, aber am liebsten gehe ich eigentlich zur Lippe Buchhandlung in Lünen. Es ist eine relativ kleine Buchhandlung mit hilfreichen und freundlichen Angestellten. Da habe ich schon immer gern gekauft. Früher gab es noch die Märkische Buchhandlung, da war ich auch gern, aber die hat den Boom der Großen und des Internets leider nicht überlebt. 

Tag 10: Zeit für Throwback Thursday #tbt: Woran hast du August 2016 geschrieben?

Ui. Da muss ich mal nachdenken. Ich habe parallel an mehreren Sachen geschrieben, aber wenn ich das richtig sehe, habe ich da mit meinem Schottland-Krimi angefangen. Der liegt gerade bei zwei Verlagen zur Prüfung und ich hibbele einer Entscheidung entgegen. 

Tag 11: Zeig uns eine besondere Widmung – von dir oder einem anderen Autor!

Ich habe bisher immer Widmungen in meine Texte geschrieben. Hier ist zum Beispiel die Widmung aus meinem Roman "Einmal, keinmal, immer wieder". Der ist nämlich meinem Mann gewidmet. 



Tag 12: Abkühlung gefällig? Wie wäre es mit einem erfrischenden Zitat?

Vielleicht aus einer Dusch- oder Badeszene? Aus einer Schwimmszene oder einer Stelle in deinem Manuskript, an der deine Protagonisten ein kühles Bier genießen?

Bei Dusch- oder Badeszene fällt mir eine Szene aus einer nicht jugendfreien Fanfiction, die ich früher mal geschrieben habe. Aber die werde ich hier nicht zitieren. 
An "erfrischenden" Szenen fällt mir die Brunnenszene aus meinem Liebesroman "Love on Air - Verliebt in London" ein. Ich habe mal, um Spoiler zu vermeiden die Namen durch "er" und "sie" ersetzt: 


Draußen auf dem Platz war es trotz der vorgerückten Stunde immer noch sommerlich warm. Er entdeckte auf einer der Bänke eine Gruppe junger Leute, die er offenbar aus dem Studium kannte. Sie gesellten sich für einen Augenblick dazu, um zu plaudern, dann schlenderten sie quer über den Platz, in dessen Mitte sich ein Brunnen befand, den eine Statue von Shakespeare zierte. Einige Kinder hatten sich die Schuhe ausgezogen und liefen lachend um den Shakespeare-Brunnen. In einem Kreis um den Brunnen befanden sich runde Messingplatten mit einer Düse, die einen niedrigen Wasserstrahl munter in die Höhe sprudeln ließ. Er blieb stehen und sah eine Weile den Kindern dabei zu. Schließlich begann er damit, sich Schuhe und Socken abzustreifen. „Komm! Eine Erfrischung könnte ich jetzt auch gebrauchen.“Sie schüttelte den Kopf, doch dann streifte auch sie sich ihre Schuhe von den Füßen. Er deponierte ihre Rucksäcke und Jacken bei seinen Freunden, während sie sich auf eine der Messingplatten stellte und den Wasserstrahl ihre Knöchel kitzeln ließ. Er kam zurückgelaufen, stellte sich neben sie und verschloss die Düse mit seinem großen Zeh.„Pat hat mir einen festen Job angeboten“, sagte sie unvermittelt.Er hob die Augenbrauen. „Und? Nimmst du ihn an?“Sie zuckte mit den Achseln. „Keine Ahnung. Ich habe mir Bedenkzeit ausgebeten. Aber ich schätze, ich werde ablehnen. Da hängt ein ganzer Rattenschwanz dran. Ich müsste herziehen, mein Studium unterbrechen, vielleicht sogar ganz abbrechen … ich weiß nicht. Und überhaupt. Zuerst muss ich Leo finden.“„Eines musst du mir noch verraten“, sagte er und gab die Düse wieder frei, so dass das Wasser wieder über ihre Füße plätscherte. „Was, wenn du ihn gefunden hast, deinen Leo?“„Na ja, dann sage ich ihm, was ich für ihn empfinde und werde endlich herausfinden, ob es ihm genauso geht wie mir und …“„Das meine ich nicht“, unterbrach sie ihn. „Angenommen, es geht ihm genauso, angenommen ihr werdet ein Paar. Was dann? Und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage?“„Ja. Ja, so in etwa habe ich mir das gedacht.“ Sie zog wachsam eine Augenbraue hoch. Ihr gefiel nicht, in welche Richtung dieses Gespräch steuerte. Wollte sich er etwa wieder über sie lustig machen?„Okay“, sagte er und sah ihr direkt in die Augen. „Ich stelle jetzt mal eine ganz steile These auf. Ich sage, du möchtest am liebsten einen Garantieschein für die Zukunft. Liebe, Ausbildung, Job … Du möchtest in deinem Leben alles vollkommen unter Kontrolle haben, nicht wahr?“ Er funkelte sie herausfordernd an. „Na und?! Wäre das so schlimm, wenn ich ein wenig Kontrolle über mein Leben haben wollte?“ Sie verschloss die Wasserdüse mit ihrem großen Zeh. „Wenn ich Fehlentscheidungen aller Art von vornherein vermeiden möchte? Klar, für dich macht mich das gleich zum Oberspießer. Aber das bin ich nicht. Ich möchte nur sicher sein können, dass ich später nichts bereue. Macht mich das gleich zu einem schlechten Menschen?“„Nein. Tut es nicht.“ Sein Blick wich ihrem aus, wanderte zum Ticketverkauf auf der anderen Seite, schien einen Augenblick auf dem schiefergedeckten Türmchen mit der Uhr zu verweilen. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Er trat ihr gegenüber und nahm ihre Hände. Sie sah ihn mit gerunzelter Stirn an.„Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass dein Schicksalsweg vielleicht kein gerader ist? Dass die Umwege dazugehören? Das Unerwartete? Die Sackgassen? Die Niederlagen? Wäre doch sonst langweilig. Vielleicht muss man im Leben einfach ab und zu mal eine kalte Dusche abbekommen, um zu spüren, dass man noch da ist.“ Immer noch hielt er ihre Hände fest, als wolle er sie zum Tanz auffordern. Er grinste, und seine blauen Augen hefteten sich auf ihre. Die Intensität seines Blicks war ihr unangenehm. Er war so nah, dass sie den einzelnen braunen Pigmentfleck nahe der Pupille in seinem rechten Auge erkennen konnte. Unwillkürlich heftete sich ihr Blick wieder auf seine Lippen, und sie verspürte ein ungewohntes Ziehen im Unterbauch. Doch noch während sie darüber nachdachte, was dieses Händchenhalten und Anstarren zu bedeuten hatte, schoss plötzlich eine kalte Wasserfontäne meterhoch zwischen ihnen in die Luft.Die Kinder quietschten und lachten vor Vergnügen. Sie kreischte und wollte zurückspringen, doch er hielt sie an den Händen fest. Immer wieder spien die Düsen mannshohe Wasserfontänen, mal gleichzeitig, mal abwechselnd, mal im Kreis herum wie eine La Ola. Sie versuchte, sich aus seinem Griff loszumachen, doch er hielt ihre Handgelenke fest umklammert. Er lachte und schüttelte sich das Wasser aus den Haaren, was sie an einen nassen Hund denken ließ.Im Nullkommanichts war sie bis auf die Haut durchweicht. Das T-Shirt klebte an ihrem Oberkörper und ihre Haare troffen. Endlich gelang es ihr, sich aus seinem Griff zu befreien. Wütend und triefend lief sie aus der Reichweite des Wasserspiels.„Du … du Blödmann! Du hast das genau gewusst!“„Pünktlich, immer zu jeder halben Stunde“, lachte er und kam zu ihr herübergepatscht. „Du, du Affenarsch!“, schrie sie zornig.„Affenarsch?“ Er blieb stehen und grinste breit.Sie prustete los. Die Anspannung der letzten Wochen löste sich mit voller Wucht und bescherte ihr einen Lachanfall, der ihren Körper durchschüttelte wie ein Erdbeben.„Affenarsch!“, grunzte sie. „Genau das bist du!“Er streckte die Hand aus. „Komm, kleine Wassernixe, ich spendiere uns ein Taxi.“
Tag 13: Book & Breakfast! Zeig uns, wie du deinen Sonntagmorgen beginnst. Zufälligerweise mit einem guten Buch und einem leckeren Frühstück?

Auch da muss ich langweilig sein, denn ich bin dabei, mich ketogen zu ernähren und kombiniere das mit intermittierendem Fasten. Für gewöhnlich frühstücke ich also gar nicht. Das heißt, die erste Mahlzeit ist direkt das Mittagessen um 12 oder 13 Uhr. Mein "Frühstück" besteht also gewöhnlich aus meinen Schilddrüsenhormonen und einem großen Glas Wasser mit Zitronensaft. Ist jetzt nicht so dekorativ. Manchmal, wenn ich echt Hunger habe, mache ich mir ein "Porridge" aus Hanfsamen, Chia-Samen, Kokosmilch und Mandelmilch. Ab und zu auch mit einem Löffel Backkakao. Dazu esse ich dann meistens Beerenobst wie Himbeeren, Erdbeeren oder Blaubeeren. 





Tag 14: #MondayMotivation: Was motiviert dich?

Meine Freunde, mein Mann, meine Kinder, Lob, die Erfahrungsberichte anderer, Musik (siehe oben)


Tag 15: Welche Snacks dürfen diesen Sommer auf keinen Fall beim Schreiben fehlen?
Du isst keine Snacks beim Schreiben? Dann vielleicht beim Lesen?

Ich versuche, mir das Snacken abzugewöhnen. Wenn, dann sind es meistens Nüsse (Walnuss, Pekan, Mandeln...) oder griechischer Joghurt mit Beeren. Hin und wieder gibt es ein Stück ganz dunkle Schokolade (85% Kakao) und natürlich ist Kaffee super. 

Hier mal ein Snack-Regenbogen. Der war für meine Kinder. Aber wenn ich Zeit habe, mache ich mir sowas hin und wieder auch. Bloß dann keto-kompatibel.