Sonntag, 17. Februar 2019

Heute mal wieder eine Soapbox! Jessica Weber stellt ihr Buch vor.


Ihr kennt vielleicht noch meine Rubrik »Soapboxing«. Die Idee stammte von den Soapbox Speeches, bei denen Rednern ein freies, öffentliches Forum geboten wird und sie auf eine (tatsächliche oder symbolische) Seifenkiste steigen, um ihr Anliegen kundzutun. Damit wollte ich unbekannteren AutorInnen, Indie-AutorInnen, E-Book-only-AutorInnen und AutorInnen von Kleinverlagen ein Forum bieten, ihre Bücher vorzustellen. Leider haben meine regelmäßigen Rubriken unter meiner Selbstständigkeit und den familiären Verpflichtungen gelitten. Interviews , AutorInnenvorstellungen etc. zu akquirieren, aufzubereiten, verwalten und so weiter braucht Zeit, die ich leider nicht mehr so oft habe. Auch die Umstellung unserer Romance-Alliance-Blogseite im Letzten Jahr hat viel Zeit und Mühe gekostet. Kurzum: Es hat lange keine Interviews oder Soapboxes mehr hier gegeben, was ein wenig schade ist. Heute freue ich mich daher umso mehr, euch Jessica Weber und ihren neuen Roman »Die Welt so stille …«, erschienen im Acabus-Verlag, vorstellen zu dürfen. 



Jessica (Jessie) Weber / Marie C. Bonnet ist Kielerin, gebürtig und überzeugt. Die gelernte Schifffahrtskauffrau liebt es, das Meer vor der Tür zu haben. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Sekretärin und Verlagslektorin. In ihrer Freizeit fertigt sie ausgefallene Motivtorten an, ist in der Mittelalterdarstellung aktiv und reist viel, gern auch zu Recherchezwecken. Sie ist Mitglied in zwei Autorenvereinigungen und im Verband der Schriftsteller in Schleswig-Holstein e. V.


Freitag, 15. Februar 2019

Die Delia-Shortlist ist da!

Bild: Claudia Toman 

Pünktlich zum Valentinstag ist die Shortlist für den Delia-Literaturpreis und den Delia-Jugendliteraturpreis 2019 erschienen. 

Verliehen wird der Preis dieses Mal am Freitag, den 22. März auf der Leipziger Buchmesse. Hier findet ihr alle relevanten Infos.

Ich muss zugeben, dass ich in diesem Jahr so wenig Zeit hatte, dass ich keine einzige der Nominierungen gelesen habe. Aber bisher hat die Jury immer wirklich wundervolle Titel ausgewählt und ich freue mich darauf, mehr über die Nominierten zu erfahren.

Sehe ich euch auf der Messe?

Mittwoch, 13. Februar 2019

Gewaltdarstellungen in Büchern


Gerade habe ich ein Buch gelesen, das mich aufgrund der vielen und sehr grafischen Gewaltdarstellungen verstört hat. Das hat mich auf die Frage nach Gewaltdarstellungen in Büchern gebracht. Wie steht ihr dazu? 

Ich persönlich war noch nie ein Fan von allzu expliziten Gewaltdarstellungen, speziell in Filmen. Ich habe keinen der einschlägigen Horrorfilme gesehen, schaue ungern Thriller, in denen zu viel gezeigt wird und habe sogar mit Game of Thrones bisweilen meine Schwierigkeiten. Am schlimmsten für mich: wenn Kindern Gewalt angetan wird. Das kann ich mir nicht anschauen. Vielleicht liegt es daran, dass ich auf dieser Ebene sehr empathisch bin. Ich kann mir das einfach nicht angucken und schon gar kein Vergnügen dabei empfinden, wie jemand leidet. 
In Büchern ist das noch einmal etwas anders, weil die Kontrolle über die Intensität der Bilder dabei zu einem großen Teil bei mir selbst liegt. In einer geschriebenen Szene kann ich selbst in meiner Fantasie Details hinzufügen oder weglassen, sie mir so blutig vorstellen, wie ich es aushalte. Dennoch lese ich ungern besonders blutige Thriller oder Horrorgeschichten.

Für mich ist wichtig, dass es einen Grund für die Gewaltdarstellung gibt, der jenseits der Provokation oder des reinen Voyeurismus liegt. Ist die Gewaltdarstellung wichtig für den Plot, ist sie nicht Selbstzweck, kann ich sie tendenziell leichter verkraften. Klar, die Welt ist gewalttätig, da brauchen wir uns nichts vorzumachen und die Realität oft grausamer als jede Fiktion. Doch gerade deswegen sind Geschichten für mich so eine Art Schutzraum, in dem ich nicht zu viel sinnlose, unmotivierte Gewalt haben möchte.


Als Teenager habe ich »Ayla und der Clan des Bären« verschlungen, dabei ging es darin auch recht brutal zu. Es gab Schläge, Vergewaltigung und eine Szene in der das Gehirn eines verunglückten Jägers in einem Ritual von den »Weisen« des Stammes verzehrt wurde. Als ich das Buch dann in der Bibliothek noch einmal ausleihen wollte, wurde es mir verwehrt. Da hätte ich erst 16 sein müssen. Trotzdem habe ich die Geschichte geliebt und mir hat die Gewalt darin nichts ausgemacht - obwohl ich eine Memme war und bin, was so etwas angeht. Ich frage mich, warum ich diese Szenen nicht als schlimm empfunden habe, andere hingegen schon. (Damals waren Freddie Krüger und Co gerade in und ich habe mich standhaft geweigert, diese Filme zu gucken und habe auch »Es« von Stephen King nie gelesen, weil ich Clowns schon so gruselig genug finde und - ihr ahnt es - es hier auch um Kinder geht). 

Ich glaube, es ist tatsächlich eine Gratwanderung, wie viel Gewalt eine Geschichte braucht und verträgt und es hängt natürlich auch von der vollkommen subjektiven Empfindlichkeit ab. Insofern kann ich nicht sagen, dass ich Gewalt in Büchern generell schrecklich finde. Faktoren, die mich stören sind folgende:

- wenn es am Ende keine Andeutung auf Hoffnung gibt, keine positiven Figuren/Handlungsstränge, die die Gewalt und das Negative ausbalancieren
- wenn ich nicht erkennen kann, zu welchem Zweck innerhalb der Handlung eine Gewaltdarstellung dient
- die Gewalt zu explizit und zu offensichtlich mit Lust am Detail beschrieben wurde

Wie sieht es bei euch aus? Darf bei euch das Blut spritzen? Wo sind eure persönlichen Grenzen?